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1983 bewegte ein einziges Thema die gesamte Bundesrepublik: die geplante Volkszählung. Jeder Haushalt in Westdeutschland sollte Fragebögen mit 36 Fragen zur Wohnsituation, den im Haushalt lebenden Personen und über ihre Einkommensverhältnisse ausfüllen. Es regte sich massiver Widerstand, hunderte Bürgerinitiativen formierten sich im ganzen Land gegen die Befragung. Man wollte nicht „erfasst“ werden, die Privatsphäre war heilig. Es bestand die (berechtigte) Sorge, dass die Antworten auf den eigentlich anonymisierten Fragebögen Rückschlüsse auf die Identität der Befragten zulassen. Das Bundesverfassungsgericht gab den Klägern gegen den Zensus Recht: Die geplante Volkszählung verstiess gegen den Datenschutz und damit auch gegen das Grundgesetz. Sie wurde gestoppt.

Nur eine Generation später geben wir sorglos jedes Mal beim Einkaufen die Bonuskarte der Supermarktkette heraus, um ein paar Punkte für ein Geschenk oder Rabatte beim nächsten Einkauf zu sammeln. Und dabei wissen wir sehr wohl, dass der Supermarkt damit unser Konsumverhalten bis ins letzte Detail erfährt. Was wir nicht wissen, ist, wer noch Zugang zu diesen Daten erhält. Deren Käufer bekommen nicht nur Zugriff auf unsere Einkäufe, sondern können über sie auch unsere Gewohnheiten, persönlichen Vorlieben und Einkommen ermitteln. Genauso unbeschwert surfen wir im Internet, googeln und shoppen, mailen und chatten. Google, Facebook und Microsoft schauen bei all dem nicht nur zu, sondern speichern auf alle Zeiten alles, was wir von uns geben, was wir einkaufen, was wir suchen, und verwenden es für ihre eigenen Zwecke. Sie durchstöbern unsere E-Mails, kennen unser persönliches Zeitmanagement, verfolgen unseren momentanen Standort, wissen um unsere politischen, religiösen und sexuellen Präferenzen (wer kennt ihn nicht, den Button „an Männern interessiert“ oder „an Frauen interessiert“?), unsere engsten Freunde, mit denen wir online verbunden sind, unseren Beziehungsstatus, welche Schule wir besuchen oder besucht haben und vieles mehr.

Den meisten von uns ist es ziemlich egal, wie viele Spuren sie im globalen Datenraum hinterlassen. Andere sind aus Schaden klug geworden und versuchen, ihren Footprint im Netz klein zu halten. Geschichten über Facebook-Nutzer, die einen Job nicht bekommen haben, weil die Personalabteilung im Internet peinliche alte Fotos gefunden hat, haben den einen oder anderen vorsichtiger werden lassen. Doch es reicht nicht, seine Daten nur sehr eingeschränkt zur Verfügung zu stellen. Auch wer Google, Amazon, Facebook und E-Mail-Dienste bewusst meidet, bar bezahlt, um ec- und Kreditkarte zu vermeiden, und dabei auch keine Bonuskarte verwendet, und auch keine erotischen Abenteuer im Internet erleben will, gibt Informationen über sich preis. Denn jeder braucht eine Krankenkasse, ein Bankkonto, eine Renten- und Steuernummer. Wer über die Autobahn fährt oder in Grossstädten Europas als Fussgänger durch die Strassen geht, wird aufgezeichnet. Bei Neuwagen ist es heute zum Beispiel üblich, eine Internetverbindung einzubauen mitsamt der Software, die jederzeit registriert, wohin man mit dem Auto gefahren ist, mit welcher Geschwindigkeit man gefahren ist und ob man falsch geparkt hat.

An der Spitze der „Verräter“, die unsere privatesten Geheimnisse öffentlich machen, steht das Smartphone. Da sind die Millionen Apps, die kleinen und diskreten Software-Paketchen, die wir eigenhändig mit einem Klick auf unser Smartphone laden und die dort ein eigenes Online-Leben führen. Sie sind das Resultat unermesslicher menschlicher Kreativität und machen ihren Anwendern jede Menge Spass, lenken seinen Spieltrieb in schöpferische Bahnen und befeuern seinen Wissenshunger. Und um wie viel einfacher ist das Leben mit diesen kleinen alltäglichen Helfern. Wer fragt schon danach, warum die meisten Apps kein Geld kosten? Doch abgerechnet wird auf andere Weise: mit unseren persönlichen Daten. Dazu kommt: Bei vielen Daten, die über uns gesammelt werden, wissen wir gar nicht, dass sie überhaupt existieren. E-Books sind beliebt, sie sind günstiger als Printausgaben und es müssen keine dicken Bücher herumgeschleppt werden. Auch Amazon hat seine Freude ihnen: Der Konzern weiss nun ganz genau, wie schnell wir ein Buch lesen, welche Seiten wir besonders interessant finden und welche wir vielleicht überspringen. Während wir das Buch lesen, liest dieses auch uns. Woher sonst kommen die Vorschläge von Amazon, die zuweilen zwar nerven, aber doch erstaunlich oft den eigenen Geschmack treffen?

All diese Daten werden gespeichert, verarbeitet und verkauft. Diese Berge an Informationen sind „das Öl des 21. Jahrhunderts“. Und wir geben dieses Öl an Google, Facebook und Co. (oder auch der Supermarktkette) für nicht mehr als ein paar Videos auf Youtube oder virtuelle Treffpunkte (oder 1% Einkaufsbonus) – ganz wie im 16. Jahrhundert die Bewohner der neuen Welt, die mit den europäischen Eroberern ganze Inseln für ein paar Glasperlen tauschten.

Dabei ist das Sammeln von Daten auf unseren elektronischen Geräten unterdessen fast schon ein alter Hut im Vergleich dazu, wie uns neuerdings auf (und unter) die Haut gerückt wird. Daten werden an Orten und von Geräten erhoben, die „völlig unverdächtig“ sind. Hier nur einige Beispiele für solche neuen, mit immer intelligenterer Software ausgestatteten Spionage-Geräte:

  • Die in Xbox-Konsolen eingebauten Überwachungskameras und Hochfrequenzmikrofone senden konstant Ton und Bilder auf die Datenserver ihrer Hersteller (Microsoft). Aus diesen Daten lassen sich u.a. Reaktionsgeschwindigkeit und die Lernfähigkeit ermitteln. Sogar emotionale Zustände der Spieler werden „gescannt“: Die Box kann erkennen, ob der Spieler traurig oder fröhlich ist, ob er oder sie das Gesicht verzieht oder gelangweilt beiseite schaut.
  • Internetfähige Fernseher verfügen über eine eingebaute Kamera, damit ihre Besitzer zum Beispiel skypen können. Wer sich in dieses elektronische Auge hackt, vermag zu beobachten, was sich im privaten Wohnzimmer abspielt. Dass dies keine Übertreibung ist, zeigt ein Release von Wikileaks im März 2017: Unter dem Codenamen „Weeping Angel“ versuchte die CIA seit 2013 durch Hacking Smart-TVs von Samsung anzuzapfen, um sie in einen Modus zu schalten, der dem Nutzer suggeriert, er hätte den Fernseher ausgeschaltet – dabei ist dieser in Wahrheit noch an und sammelt Daten über das, was in der Wohnung passiert.
  • Im Jahr 2015 kaufte Google für mehrere Milliarden Dollar die Firma „Nest“ – ein kleines, damals erst fünf Jahre altes Unternehmen, das lediglich zwei Produkte vertreibt. Eines davon ist ein intelligenter Rauchmelder mit Kamera. Dieser erkennt unter anderem, wie viele Personen sich wie lange in welchen Zimmern aufhalten – und kann diese Daten direkt an Google schicken. Unterdessen gibt es den intelligenten Lautsprecher von Google, ein blumenvasenartige Gerät, das per Spracherkennung Hausgeräte steuert, die Heizung reguliert oder online Essen bestellt. Auch wenn wir nicht mit der Software sprechen, die Mikrofone nehmen ständig auf. Und dann ist da noch der Staubsaugroboter „Roomba“: dieser sammelt nicht nur Staub ein, sondern auch jede Menge Daten über unser Zuhause, die er seinen Herstellern ohne weiteres übermitteln kann.
  • Im Februar 2017 nahm die Bundesnetzagentur die vernetzte Kinderpuppe „My Friend Cayla“ aus dem Handel – wegen Überwachungsgefahr. Die Puppe war zur heimlichen Bild- und Tonaufnahme geeignet, und Fremde mit etwas technischem Wissen könnten sich einhacken und über die Puppe mit den Kindern direkt unterhalten. Die offizielle Begründung der Agentur: „Gegenstände, die sendefähige Kameras oder Mikrofone verstecken und so Daten unbemerkt weiterleiten können, gefährden die Privatsphäre der Menschen. Das gilt auch und gerade für Kinderspielzeug.“
  • 2016 verklagte eine Verbraucherin den Hersteller eines vernetzten Vibrators, der über eine App höchst intime Daten über den Einsatz des Masturbationsgerätes gesammelt hatte.

Google kennt bereits jedes Detail unserer „Aufenthaltsorte“ im digitalen Raum des Internets. Der Schritt dahin, dass sie auch unsere Bewegungen im physikalischen Raum verfolgen können, ist nicht mehr weit. Und bei all dem fühlt sich Google kaum an lokale deutsche Datenschutzstandards gebunden, sondern agiert, wenn überhaupt, nach amerikanischen Standards. Und die sind so lax wie sonst nirgendwo in der westlichen Welt. De facto ist der Datenschutz in den Vereinigten Staaten rechtlich kaum geregelt. Es gibt noch nicht einmal eine umfassende unabhängige Datenschutzaufsicht. Und die minimalen Standards gelten auch nur auf Bürger der USA, und nicht auf Daten, die aus dem Ausland kommen. Für letztere ist alles erlaubt. Man darf getrost davon ausgehen, dass auch der Geheimdienst NSA Zugang von diesen Daten Gebrauch macht.

Denn der Staat ist ebenso gierig nach unseren Daten wie die Firmen. Über die „Präsenz-Technologie“ will er ermitteln, ob, zu welcher Zeit und an welchem Ort ein Nutzer auf welchem Online-Dienst (Smartphone, E-Mails, Instant-Messaging, Facebook, etc.) erreichbar ist. Dazu zeichnen Kameras in Grossstädten und Hauptverkehrsachsen konstant unsere Bewegungen auf (wie in London längst Realität). Unbemannte Flugobjekte weit über uns (oder bald schon insektengrosse Drohnen in unserer permanenten Nähe) verfolgen jeden unsere Schritte. Wenn das europäische Navigationssystem Galileo einsatzbereit ist (voraussichtlich 2020), das zehnmal genauer ist als das amerikanische System GPS, können Satelliten erkennen, dass wir im Garten eine Bratwurst grillen. Mit der passenden Software für Gesichts- und Bilderkennung stellt die Echtzeit-Erstellung von Bewegungsprofilen einzelner Menschen kein technisches Problem mehr dar. Mit entsprechenden Algorithmen lassen sich dabei sogar ihre Emotionen aufzeichnen. Mit all diesen Informationen über unsere Internet-Präsenz, unsere physischen Aufenthaltsorte sowie zuletzt unser emotionales Empfinden geben wir den immer intelligenteren Algorithmen bzw. ihren Besitzern reichlich Material, um uns zu überwachen – und früher oder später auch zu manipulieren.

Dass all dies nicht Ergebnis einer hysterischen Reaktion irgendwelcher linker Bürgerrechtsgruppen ist, ja dass die staatliche Bespitzelung sogar noch viel weiter geht, zeigen die folgenden Beispiele: In Grossbritannien wurde 2015 ein Programm des britischen Geheimdienstes aufgedeckt, das unter dem Namen „Karma Police“ grossflächig das Surf- und Kommunikationsverhalten aller Internet-User innerhalb (sowie teils auch ausserhalb) des Vereinigten Königreichs sammelt und auswertet. Ziel ist es, jede besuchte Website eines jeden Users aufzuzeichnen. Auch auf europäischer Ebene wird kräftig gesammelt und abgeglichen: 2014 endete das EU-Forschungsprojekt INDECT (intelligent information system supporting observation, searching and detection for security of citizens in urban environment, das heisst: „Intelligentes Informationssystem für die Beobachtung, Suche und Detektion für die Sicherheit der Bürger in städtischen Umfeldern“). In dem zu erwartenden echten Einsatz eines solchen Systems wird das Hauptziel sein, Überwachungsdaten aus vielen verschiedenen Quellen, darunter auch Daten aus den sozialen Medien, zu verknüpfen und diese automatisiert auf mögliche „Gefahren“ und „abnormes Verhalten Einzelner“ zu untersuchen. „Vorbeugende Kriminalitätsbekämpfung“ lautet das Stichwort dieses Konzepts. Das Argument dahinter lautet immer gleich: Es dient alles unserer Sicherheit, damit wir ein freiheitliches und selbstbestimmtes Leben leben können. Der unbescholtene Bürger hat schliesslich nichts zu befürchten. Wäre eine Welt, in der wir aufgrund der umfassenden Informiertheit der Behörden keiner Bedrohung mehr durch Kriminelle, Terroristen oder auch nur Leichtsinnigen ausgesetzt wären, nicht das Paradies auf Erden? Staaten versprechen Sicherheit und Schutz und nehmen dafür einen Teil unserer Freiheit: Dies ist ein jahrtausendealtes Spiel, heute jedoch gespielt mit der technologischen Infrastruktur des 21. Jahrhunderts.

Wie weit die Bespitzelung und Kontrolle konkret gehen kann, zeigt das Beispiel China, wo Daten- und Bürgerschutz keinerlei (bisherigen) westlichen Massstäben genügen: Dort hat die Regierung angekündigt, bis 2020 einen „Citizen’s Score“ einzuführen. Darin sollen Informationen über Steuerehrlichkeit, Verkehrsverhalten und Einkommen, aber auch politische Meinungsäusserungen, Hobbies und Konsum eines jeden Bürgers in ein Punktesystem eingehen. Wer einen bestimmten Wert unterschreitet, weil er auf den falschen Websites war oder auf Facebook die falschen Freunde hat, wird aus bestimmten Berufen ausgeschlossen, oder sein Bewegungsradius wird eingeschränkt. Mit einem hohen Wert winken dagegen Belohnungen wie Visa-Erleichterungen oder ein besserer Zugang zu einer guten Schule für die Kinder. Besonders effektiv ist, dass in die Bewertung eines Menschen auch die Punktzahl seiner Freunde in den sozialen Medien eingehen. Ist ein Dissident darunter, rutscht sofort die eigene Punktzahl und es wird schwieriger, zum Beispiel die Kinder studieren zu lassen. Dies generiert einen wirkungsvollen sozialen Druck, Abweichler aus der Gemeinschaft auszustossen und zu isolieren.

In der chinesischen Wirtschaft gibt es bereits Beispiele und Vorbilder für ein solches Punktsystem. Beim „Sesame Credit“ der Online-Shopping-Plattform „Alibaba“ erhält jeder Kunde einen Punktwert, der sich aus seinem Surf- und Konsumverhalten im Internet berechnet. Viele Chinesen schätzen diese Punktezahl als eine Bestätigung des eigenen sozialen Standes – wer viele Punkte hat, ist ein zahlungskräftiger (de facto Alibaba-loyaler) Konsument. Die ihnen zugewiesene Punktezahl wirkt sich sogar auf die Selbsteinschätzung einzelner Personen aus: 100.000 Menschen prahlen bereits mit ihren Punkten in den sozialen Medien und nutzen sie u.a. auf Online-Dating-Sites, um das andere Geschlecht zu beeindrucken.

Eine solche totale Datenkontrolle besitzt eine erschreckende Dimension: die Möglichkeit totaler Machtausübung. Werden totalitäre und skrupellose Machthaber schon bald über eine derartig vollkommene Überwachung- und Manipulationstechnologie verfügen, dass man sie gar nicht mehr bekämpfen kann? Man stelle sich nur einmal die Nationalsozialisten in den 1930er Jahren oder die Stasi in der DDR mit dieser Technologie vor. Jeglicher Widerstand wäre komplett aussichtlos. Es ist dies eine Dystopie, die näher liegt als die meisten Menschen glauben. Nur dass es nicht mehr nur der Staat ist, der uns beschnüffelt, sondern auch profitgierige Unternehmen.


In 1983 a single topic triggered the most intense discussion across the West German society: the scheduled population census. Every household in the country was supposed to fill out a questionnaire with 36 questions on the housing situation, the people living in the household, and their personal income. Hundreds of citizens‘ initiatives throughout the country expressed their deepest concern and massively resisted against the census. The people did not want information about them stored somewhere, the private sphere was considered sacred. There was (legitimate) concern that the answers to the anonymous questionnaires allowed to pinpoint the identity of the respondents. The Federal Constitutional Court ruled in favor of the plaintiffs: The census violated data protection laws as well as the constructional right of the German citizens. It was therefore stopped.

Only a generation later, we carelessly give out the supermarket chain’s bonus card each time we shop in order to collect a few loyalty points for a gift or a discount on the next purchase. We thereby know very well that the supermarket tracks our consumption behavior down to the last detail. What we do not know is who else gets to see this data. Buyers of it not only gain access to our purchases, but can also use those to determine our habits, personal preferences and income. Just as carelessly we surf in the internet, google and shop, email and chat. Facebook, Google, and Microsoft are not just watching all of this, they are forever storing everything we say, what we buy, and what we are looking for, and use all that for their own purposes. They look through our e-mails, know about our personal time management, our current location, our political, religious and sexual preferences (who does not know the button „interested in men“ or „interested in women“?), our closest friends we are connected with online, our relationship status, which school we visit or visited, and much more.

Most of us do not care about the many trails they leave in the global data room. Others have become more prudent by damage and try to keep their digital footprint small. Stories about Facebook users who have not gotten an offer for a much desired job because the human resources department found embarrassing old photos on the Internet have made them more cautious. But it is not enough to limit direct access to our personal data. Even those who deliberately avoid Google, Amazon, Facebook, and e-mail services, avoid credits card and pay in cash without using a payback card, do not desire to experience erotic adventures on the internet, see information about themselves leak out. Because everyone needs a health insurance, a bank account, a special security and tax number. Driving on the highway or walking in the streets, means you are being recorded in one form or the other. It is for example common to install an Internet connection in new cars, including the software which registers at any time where one went by car, with what speed one drove and whether one parked legally.

At the top of the list of „traitors“ revealing our most private secrets is the smartphone. There are the millions of apps, the small and discreet software packages that we load onto our smartphone with just one click and which then have their own online lives there. They are the result of immeasurable human creativity and provide lots of fun to their users by steering their playing instincts or fuel their thirst for knowledge. And how much easier is life with these small helpers every day. But who ever asks why most apps come for free? We simply pay by other means: with our personal information. In addition, much of the data that is collected about us, we do not even know it exists. E-books are popular, as they are cheaper than print editions, and one does not have to drag bulky, heavy books around. Amazon also enjoys e-books: the firm knows exactly how fast we read them, which pages we find particularly interesting, and which ones we skip. So, as we read the book, the book also reads us. How else is Amazon able to send us all these suggestions, which although often being annoying surprisingly often meet our taste spot on?

All that data is stored, processed and sold. These mountains of information are „the oil of the 21st century“. And we are giving this valuable stuff to Google, Facebook and Co. (or even the supermarket chain) for no more than a few videos on YouTube or virtual hangouts (or 1% shopping bonuses) – just like the Native Americans in the 16th century, who exchanged entire islands for a few glass beads with the European invaders.

Meanwhile, the gathering of data on our electronic devices is almost an old hat compared to the latest monitoring and data collection technologies. These suck up data on everything we say and do at locations and by devices that we consider completely unsuspicious. Here are just a few examples for these new spying devices that come with more and more intelligent software:

  • The cameras and high-frequency microphones installed in Xbox game stations constantly send sound and images to the data servers of their manufacturers. From this data Microsoft is able to determine the players’ speed of reaction and learning ability. Even their emotional states are „scanned“: The box can detect whether the player is sad or happy, whether he or she grimaces or looks bored.
  • Internet-enabled TVs have a built-in camera so their owners can for example skype. Anyone who hacks into this electronic eye is able to observe what is happening in the private living room. That this is no exaggeration shows a release of Wikileaks in March 2017: Under the code name „Weeping Angel“ the CIA had tried to hack smart TVs from Samsung since 2013 in order to switch it into a mode that suggests the user he switched off the TV –while it is in fact still on and collects data about what is happening in the apartment.
  • In 2015, Google bought „Nest“ for several billion dollars – a small, then only five-year-old company that sells no more than two products. One of them is an intelligent smoke detector with a camera. Among other things, it recognizes how many people are in which rooms for how long and can send these data directly to Google. Meanwhile, there is Google’s Smart Speaker, a flower-vase-like device that uses speech recognition to control home appliances, regulate heating, or order food online. Even if we do not talk to the software, the microphones are constantly on. And then there is the vacuum cleaner „Roomba“: It does not only collect dust, but also piles of data about our home, which it can easily transfer to its manufacturer.
  • In February 2017, the German Federal Network Agency withdrew the children’s doll „My Friend Cayla“ – due to the risk of surveillance. The doll was suitable for secretly recording images and sound, and strangers with some technical knowledge were able to access it and talk directly with the children through the doll. The agency’s official rationale: „Items that hide cameras or microphones and thus can pass data unnoticed endanger people’s privacy. That also applies to children’s toys. „
  • In 2016, a consumer sued the manufacturer of a vibrator that via an app had collected highly intimate data about the use of the masturbation device.

Google already knows every detail of our „whereabouts“ in the digital space of the Internet. The step to being able to follow our movements in the physical space is not far off. And in all of this, Google hardly feels bound by local privacy standards, but acts, if at all, by U.S. ones. And they are as lax as nowhere else in the Western world. In fact, data protection is hardly regulated by law in the United States. There is not even a comprehensive independent data protection authority. And the minimum standards apply only to citizens of the US, and not to data coming from abroad. For the latter everything is allowed. One may confidently assume that also the secret service NSA makes use of this data.

Indeed, the government is just as greedy for our data as the companies. Using „presence technology“ it wants to determine whether, at what time and at what place a user can be reached on which online service (smartphone, e-mail, instant messaging, Facebook, etc.). In addition, cameras in major cities and main traffic axes constantly record our movements (as it has for long been a reality in London). Unmanned flying objects far above us (or soon insect-sized drones in our immediate vicinity) measure each of our steps. Once the European navigation system Galileo is operational (probably in 2020), which is ten times more accurate than the American system GPS, satellites can detect what type of sausage we are barbecuing in our backyard. With the appropriate software for facial and image recognition, the real-time creation of movement profiles of individual people is no longer a technical problem. Using corresponding algorithms, it is even possible to read their emotions. With all this information about our internet presence, our physical whereabouts, as well as our emotional well being we give ever more intelligent algorithms and their owners plenty of material to monitor – and eventually manipulate – us.

The following examples show that all this is not the mere result of a hysterical reaction from some left-wing civil rights groups, and that in fact the government spying on us goes even much further. In Great Britain, a program of the British secret service was revealed in 2015 which, under the name „Karma Police“, collects and processes the communication behavior of all internet users within (and partly outside) the United Kingdom. Its goals is to record every visited website of every user. And European governments are not far behind in this field: In 2014 the European research project INDECT (intelligent information system supporting observation, searching and detection for security of citizens in urban environment) ran out. In the expected real use of such a system, its main objective will be to link the data from many different sources, including social media, and automatically investigate it for possible „dangers“ and „abnormal behavior of individuals“. „Crime detection and prevention“ is the keyword of this project. The argument behind such activities is always the same: It is all for our security, so that we can live a free and self-determined life. The irreproachable citizen has nothing to fear. Would a world in which we were no longer threatened by criminals, terrorists or reckless people because of the authorities‘ full awareness of them not be a paradise on earth? Governments promise security and protection and take part of our freedom for it: this is a millennium-old game, today played with the technological infrastructure of the 21st century.

The extent to which spying and control can take over public life can be seen in China, where personal data protection and civil rights do not meet any (of today’s) Western standards. The Chinese government has announced that by 2020 it will introduce what is calls a “Citizen’s Score”. Information about tax honesty, traffic behavior, personal income, but also political opinions, consumption and hobbies of every citizen will be transformed into a point system. Those who fall short of achieving a certain point value because they were on the wrong websites or have the wrong friends on Facebook are excluded from certain jobs or find themselves limited in their range of movement. A high point value on the other hand provides rewards such as easier access to visas or admittance to a good school for the kids. Particularly effective is that system in that the scores of friends on social media are part of the equation determining a person’s score. If a dissident is among them, the own score slips immediately and it becomes more difficult, for example, to let the children study. This generates an effective social pressure to expel and isolate political deviants from the community.

In the Chinese market place we can already observe the functioning of such point systems: „Sesame Credit“ of the online shopping platform “Alibaba” assigns every customer a point value which is calculated from his or her surfing and consumer behavior on the Internet. Many Chinese appreciate this score as a confirmation of their own social status – whoever has many points, is a solvent (in reality a more loyal to Alibaba) consumer. The score assigned to them even affects the self-assessment of individuals: Hundreds of thousands are already bragging about their points in the social media and use them, among other things, on online dating sites to impress the opposite sex.

Such total data control possesses a terrifying dimension: the possibility of an exercise of total power. Will totalitarian and unscrupulous rulers soon possess such perfect surveillance and manipulation technologies that people would have no more chance to fight against them? Just imagine the German National Socialists in the 1930s or the Stasi in the GDR with this technology. Any resistance under such a technological empowered regime would have been completely hopeless. This is a dystopia that is far closer to us than most people can imagine. Except that it is no longer just the government snooping on us, but also profit-hungry companies.

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