Ein Gespenst geht um in der Finanzwelt, und diesmal ist es nicht wie vor 170 Jahren der Kommunismus, der das Establishment in Europa bedroht. Das Gespenst heute heisst „Bitcoin“, und es bedroht die etablierten Machtstrukturen in der weltweiten Finanzindustrie. Gemeinsamkeiten mit dem Kommunistischen Manifest von Karl Marx und Friedrich Engels sind nicht gerade offensichtlich, denn unterdessen haben auch die stärksten Apologeten des globalen Finanzkapitalismus Bitcoin für sich entdeckt. So sind unterdessen sogar die Investmentbanken auf den Zug mit Kryptowährungen gesprungen. Die Ähnlichkeiten liegen eher bei den Heilsversprechen, die wir von den Befürwortern der neuen digitalen Währungen hören: Umsturz des traditionell intransparenten, korruptionsanfälligen und völlig überteuerten Geschäftsmodell der Banken, mehr Demokratie in Unternehmen und im Staat, Fairness im globalen Handel, die Durchsetzung sozialer Gerechtigkeit, bis hin zu einem Wohlstands-Turbo-Booster für die Ärmsten der Welt.

Doch ist es nicht politischer Idealismus oder die Aussicht auf eine gerechtere Gesellschaft, was den momentanen Hype um Bitcoin antreibt. Vielmehr ist es der gleiche Ausruf, der in demselben Jahr, in dem Marx und Engels das Kommen des Kommunismus ankündigten, aus San Francisco erscholl: „Gold! Gold! Gold from the American River!“. Es ist der Ruf des schnellen Geldes, der auch 170 Jahre nach dem kalifornischen Goldrausch nichts von seiner Wirkung verloren hat. So hat mit dem Kursanstieg von Bitcoin um das 15-fache im vergangenen Jahr die Begeisterung für die digitale Währung schliesslich auch diejenigen erreicht, die dem Geschehen in der Finanzwelt sonst eher indifferent bis distanziert gegenüberstehen. Wer kann schon ignorieren, dass hier schnell mal Millionen gescheffelt werden können? Nur dass man heute nicht mehr beschwerliche Tausende von Kilometern reisen muss, um das neue Gold zu „schürfen“, sondern nur ins Internet zu gehen braucht. „Schürfen“, so heisst es tatsächlich, wenn man mit der Rechenkraft seines eigenen Computers neue Bitcoins zu erwerben anstrebt. In China und Island gibt es bereits ganze Farmen von Bitcoin schürfenden Computern (die dafür – und dies ist ein weniger bekannter Nebeneffekt des Bitcoin-Hypes – eine Unmenge an Elektrizität verbrauchen und die globale CO2-Bilanz belasten).

Unterdessen ist aus dem Hype eine wahre Bitcoin-Manie geworden, die selbst die Ahnungslosen (und gerade die) an die völlig unregulierten und oft alles andere als transparent agierenden Bitcoin-Börsen treibt. „Die grösste Spekulationsblase in der Geschichte“, beschreiben Kritiker die jüngste Kursentwicklung der Kryptowährungen. Und Bitcoin ist nur die bekannteste unter ihnen. Es gibt noch viele andere. Mit Namen wie Ripple, Stellar, Golem, FunFair, HalloweenCoin oder SnakeEyes klingen manche von ihnen wie Ecstasy-Sorten vor 20 Jahren. Tatsächlich kann jeder, der will, seine oder ihre eigene digitale Währung erschaffen. Hier werden Erinnerungen an das adlige Münzprägerecht im Mittelalter wach, mit dem jeder Adlige, der dieses besass, seine eigene Münzwährung prägen durfte. Es ist daher kein Wunder, dass bereits zahlreiche Vergleiche zur Tulpenmanie in Holland des 17. Jahrhunderts gezogen werden. Am 3. Februar 1637 betrug dort der Preis einer einzigen Tulpenzwiebel über 5000 Gulden (in heutigen Preisen fast 100‘000 Euro; zum Vergleich: der Maler Rembrandt bekam für seine Nachtwache gerade einmal 1‘600 Gulden). Der Unterschied zu Bitcoins heute: Nach dem Platzen der Blase hatte man wenigstens noch eine Zwiebel, aus der eine schöne Blume wachsen konnte.

Bei Bankern und Ökonomen hat Bitcoins lange nur ein spöttisches Lächeln hervorgerufen. Die Regulationsbehörden hatten die Kryptowährung zwar im Auge, allerdings hauptsächlich, um seine kriminelle Nutzungen einzudämmen. Denn auch diese machten 2017 weitere Schlagzeilen: Geldwäscherei, Lösegelderpressung seitens Hacker, Veruntreuung, Waffenhandel im sogenannten Darknet, usw. Doch nun haben die Aufseher begonnen, auch die Mainstream-Fähigkeit von Bitcoin zu evaluieren. Man fühlt sich an die Entwicklung des Internets in den frühen 1990er Jahren erinnert, das von Bankern und Grossunternehmen, traditionell eher Nachreiter technologischer Veränderungen, zunächst ebenso skeptisch beäugt wurde, bevor diese dann mit Wucht auf den Zug aufsprangen und das Internet mit Wucht in ihre Geschäftsmodelle integrierten. Steht Bitcoin, oder allgemeiner der Technologie die hinter Bitcoin steckt („Blockchain“), eine ähnliche Entwicklung bevor? Oder werden die Bitcoins zu den Tulpen des 21. Jahrhunderts und nach dem Platzen ihrer Blase keine Rolle mehr in der realen Wirtschaft spielen? Denn dass die Bitcoin-Blase platzen wird, darüber sind auch viele der enthusiastischsten Bitcoin-Apologeten überzeugt. Die wichtige Frage lautet jedoch: Was kommt danach? Und hier lohnt es sich, die historische Wechselwirkung des wissenschaftlichen bzw. technologischen Fortschritts mit Spekulationsblasen anzuschauen.

Die erste grosse technologische Revolution, auch (erste) „Industrielle Revolution“ genannt, beruhte auf der Nutzbarmachung der Dampfkraft in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ökonomisch war ihr Ergebnis die Schaffung gewaltiger Vermögen, insbesondere in Form von Aktien in Eisenbahnunternehmen (die Hälfte der Unternehmen, die damals an der New Yorker Börse notiert waren, waren Eisenbahngesellschaften). Rund um diese Aktien begann sich eine gewaltige Spekulationsblase zu bilden. In England platzt diese zuerst, im Jahre 1847, in den USA dann im Jahr 1873, und dies noch bevor die Eisenbahntechnologie ihren vollen Impact als Massenprodukt entwickelt hatte.

Die zweite grosse Technologisierungswelle basierte auf der Nutzung der Elektrizität sowie der Entwicklung des Automobils (beide hingen zusammen: elektrische Autos gehörten zu den ersten Modellen überhaupt und wurden in mehrfacher Hinsicht als ihren Konkurrenten mit Verbrennungsmotoren technisch überlegen angesehen). Wieder stieg die Begeisterung der Anleger in den Himmel und mit ihr die Aktienkurse von Elektro- und Automobilunternehmen. Das Resultat war der Crash von 1929, der bekanntlich zur schlimmsten Wirtschaftskrise des 20. Jahrhunderts führte. Mit der Elektrifizierung und dem Massenmarkt für Autos erfolgte der wahre Durchbruch der Technologie im menschlichen Alltagsleben auch hier erst 25 Jahre später.

Die dritte grosse technologische Enzwicklung ist den meisten Zeitgenossen noch in bester Erinnerung: die Digitalisierung, die das Internet und mobile Kommunikation hervorbrachte. Die damit einhergehende Dotcom-Blase der 1990er platzte in den frühen 2000ern spektakulär. Dem Siegeszug des Internets und des Smartphones tat dies danach allerdings keinen Abbruch. Dazu brauchte es nun jedoch keine 25 Jahre mehr, sondern nur noch fünf bis zehn Jahre.

Es erscheint, als ob aus irgendwelchen Gründen Spekulationsblasen notwendige Begleiterscheinungen bedeutender technologischer Entwicklungen sind. Und die Zeitspanne dazwischen verkürzt sich zunehmend (das heisst allerdings nicht, dass jedem Finanzcrash eine technologische Revolution vorausgeht. 2008 waren es beispielsweise eher die ominösen Derivat- und Strukturierungsgeschäfte der Banken, die dem Absturz der Aktien und Immobilien vorausgingen. Wahrhaftig neue Technologien steckten kaum dahinter, eher immer neue Ideen der Banker, möglichst viel Geld abzuschöpfen).

Nun stellt sich die Frage: Ist die gerade ablaufende Bitcoin-Spekulationsblase und ihr anstehendes Platzen ein solcher Vorreiter eines neuen revolutionären Technologie-Schubs? Das ist keineswegs ausgeschlossen, denn Blockchain, die Technologie, die hinter Bitcoins steckt, besitzt tatsächlich das Potential für einen neuen technologischen Umsturz. Er könnte eine bedeutende Gruppe zentraler Agenten in der globalen Wirtschaft ausrotten, die so genannten Intermediäre. Heute steuern intermediäre Einrichtungen wie Banken, Börsen, Notare, Buchprüfungsgesellschaften sowie zahlreiche staatliche Institutionen (z.B. Zentralbanken, Steuerbehörden und Regulatoren) einen grossen Teil unseres Wirtschaftslebens. Sie garantieren eine zentrale Bedingung für den reibungslosen Ablauf jeglichen wirtschaftlichen Handelns: Vertrauen.

Banken garantieren Geldvermögen, eine „Banknote“ ist ein Wertspeicher, der (zumeist) zuverlässig ist. Ein Notar garantiert die Rechtsicherheit einer vertraglichen Vereinbarung, Notenbanken, dass die Papierscheine in meiner Hand einen Wert besitzen. Staatliche Behörden sorgen dafür, dass im internationalen Bankgeschäft die Regeln eingehalten werden. Sie alle sind „Agenten des Vertrauens“. Dass aber selbst diese Agenten nicht 100% vertrauenswürdig sind und selbst in die Krise geraten können, zeigen die zahlreichen Banken- und Staatskrisen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte, die zu Hyperinflationen, Bankpleiten, Kreditkrisen, bis hin zu dysfunktionalen Staaten („failed states“) geführt haben.

Die Blockchain-Technologie ermöglicht ganz neue Möglichkeiten für Vertrauensbildung in Wirtschaft und Handel. Das wohl prominenteste Beispiel ist eine neue transparente und dezentrale Art und Weise, die zentrale Einheit des wirtschaftlichen Austauschs zu definieren: das Geld. Anstatt durch den Austausch einer staatlich regulierten Währung finden wirtschaftliche Prozesse in dezentral verwalteten („peer-to-peer“) Netzwerken statt. In ihnen lassen sich Zahlungen abwickeln, ohne dass es einer Vertrauen schaffenden zentralen Bank oder staatlichen Währung bedarf.

Die Funktionsweise von Blockchains ist so einfach wie das Führen eines Geschäftsjournals, nur mit viel mehr Einträgen sowie dezentraler und globaler Verwaltung: Blockchains sind elektronisch gespeicherte Journale („Blöcke“), die – daher der Name – kettenförmig zusammenhängen und für jedermann einsehbar auf vielen Computern zugleich gespeichert sind. Das Eigentum des Geldes entspricht dabei dem Besitz eines geheimen digitalen Schlüssels, der Zugang zum Guthaben in einem eigenen digitalen Portemonnaies gewährleistet. Dieser wird dann eingesetzt, wenn das Geld zwecks Bezahlung jemandem anders übertragen werden soll. Eine solche Transaktion wird dann in der Blockchain eingetragen.

Während wir beim gewöhnlichen Zahlungsverkehr einer Bank oder einer anderen vermittelnden Instanz vertrauen müssen, die die Sicherheit der Transaktion garantiert, ist dies in einer Blockchain die Aufgabe der Gemeinschaft aller Beteiligten. Eine Zahlung wird bei Vorlegen des korrekten Schlüssels von der Mehrheit der Teilnehmer abgesegnet. Korrekturen am System sind nur möglich, wenn die Mehrheit der Beteiligten diesen zustimmt. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl ist dies nach einer kurzen Weile kaum mehr möglich. Konkret kann also niemand einen Bitcoin zweimal ausgeben. Die Einträge der Blöcke in die Blockchain übernehmen dezentrale Knotenpunkte, wofür ihre Besitzer entlohnt werden (dies ist bei der Bitcoin-Blockchain der Fall; es gibt auch andere Modelle): Sie erhalten für ihre Tätigkeit neue Währungseinheiten. Das ist das „Schürfen“ neuer Bitcoins (engl. “mining“). Damit jeder daran teilnehmen kann und Chancen auf Schürferfolg hat und damit das Netz so breit wie möglich aufgestellt ist, müssen die Schürfer zunehmend aufwendigere mathematische Probleme lösen, bevor sie einen Eintrag vornehmen und dafür Bitcoins erhalten (in der Fachsprache: die Miners müssen ein „proof of work“ vorlegen, was mit Kosten für Elektrizität und Kühlung der Computer verbunden ist).

Die Blockchain-Technologie hat das Potential Intermediäre wie Geld, Banken und Behörden durch eine Gemeinschaft vieler Nutzer zu ersetzen. Sie könnte wirtschaftliche Transaktionen und Organisationen auf eine ganz neue Basis stellen. Geld, wie wir es heute kennen, könnte komplett verschwinden. Anstatt einem staatlich regulierten Intermediär für Geschäftstransaktionen zu vertrauen, könnten die Menschen all ihre Bezahlungen direkt digital durchführen und in Blockchains registrieren. Der Anwalt, der beim Bäcker ein Brot kauft, zahlt mit einer direkten Transaktion, beispielsweise mit seinem Handy, die dann sofort in der Blockchain verbucht wird. Seinerseits erhält er sämtliche seiner eigenen Arbeitsleistungen von seinen Kunden direkt auf sein digitales Konto vergütet. Geld als Vermittler verschiedener Wirtschaftssubjekte und ihrer Käufe und Verkäufe braucht es dann nicht mehr. Die Technologie weckt daher gerade die Begeisterung derjenigen, die wirtschaftliche Prozesse jeglicher staatlicher Kontrolle entziehen wollen.

Die möglichen Anwendungen von Blockchains gehen jedoch weit über Geldgeschäfte hinaus. Blockchain ermöglicht, dass Menschen, die sich nicht kennen, eine verlässliche Aufzeichnung darüber führen können, was wem gehört und was wahr ist. Gegenseitiges Vertrauen ist dafür nicht notwendig, denn die Blockchain selbst garantiert die Integrität der Transaktionen. Ganz allgemein ermöglichen Blockchains das Aufzeichnen und Bewahren von „Wahrheiten“ (z.B. Eigentumsrechten), die weder von einem korrupten Staat noch von privaten Interessen manipuliert werden können, da solche Manipulationen stets von der Mehrheit der Benutzer dezentral bestätigt werden müssten. Laut Prognosen des Weltwirtschaftsforums wird bis 2023 der erste Staat Lohnsteuern mit Hilfe der Blockchain-Technologie einsammeln. Und bis 2027 sollen mindestens zehn Prozent des gesamten Weltbruttoinlandsprodukts auf Blockchains abgespeichert sein (WEF, Global Agenda Council on the Future of Software & Society, Deep Shift Technology Tipping Points and Societal Impact, 2015). Dezentrale Grundbuchführungen auf der Basis von Blockchains sind bereits im Gespräch, was gerade in Ländern, in denen die öffentlichen Register unzuverlässig sind oder gar nicht existieren, einen bedeutenden positiven Einfluss haben könnte. Das zentrale Grundbuch, wie wir es kennen, könnte abgeschafft werden. Länder wie Honduras und Georgien, aber auch Schweden haben bereits weitergehendes Interesse an der Blockchain-Technologie zu diesem Zweck signalisiert. Und im März 2017 hat Dubai eine grosse Blockchain-Initiative angekündigt, nach der ab 2020 alle Regierungseinheiten und die gesamte öffentliche Verwaltung die neue Technologie verwenden sollen.

Mit hoher Wahrscheinlichkeiten werden schon bald viele Menschen viel Geld verlieren, wenn die Bitcoin-Blase und die anderer Kryptowährungen zuletzt platzen. Doch so richtig spannend wird es danach: Was wird mittel- und langfristig aus der ihnen zugrunde liegenden Blockchain-Technologie? Das sehr viel grössere, weit über Bitcoin hinausgehende technologische Potential von Blockchains ist der eigentliche Grund, warum es sich lohnt, ihre Entwicklungen sehr genau zu verfolgen.


A spectre is haunting the financial world. It is not as 170 years ago the spectre of communism that threatens the establishment in Europe. The ghost today is called “bitcoin”, and it threatens the entire power structures in the global financial industry. The similarities with the Communist Manifesto of Karl Marx and Friedrich Engels are not exactly obvious, since even the strongest apologists of global finance capitalism have discovered bitcoin for themselves. Even the investment banks have jumped on the band wagon of crypto currencies. The similarities lie rather in the promises of salvation we hear from the proponents of the new digital currencies: the overthrow of the banks‘ traditionally intransparent, corrupt, and overpriced business model, more democracy in businesses and governments, fairness in global trade, the promotion of social justice, and a turbo booster for prosperity for the world’s poorest.

But it is not political idealism or the prospect of a fairer society that drives the current hype around bitcoin. Rather, it is the same outcry as the one heard from San Francisco in the very year in which Marx and Engels announced the coming of communism: „Gold! Gold! Gold from the American River!“ It is the sound of quick money that, even 170 years after the California Gold Rush, has lost none of its appeal. Bitcoin’s 15-fold increase in price over the past year has reached those who are otherwise indifferent or even distance themselves to what is happening in the world of finance. Who can ignore the fact that, with bitcoins, millions can be made in almost an instant? And today one does not have to travel thousands of miles any longer in order to „mine“ the new gold, but simply access the Internet. And “mining” is indeed what the process of acquiring new bitcoins with one’s own computer is called. In China and Iceland there already exists entire bitcoin mining farms, the computers of which – and this is a less well known side effect of the bitcoin hype – consume a massive amount of electricity and thus leave a significant global carbon footprint.

Meanwhile, the hype has turned into a true bitcoin mania that drives even the unsuspecting (and especially those) to the completely unregulated, and often anything but transparent, bitcoin exchanges. „The biggest speculative bubble in history,“ critics describe the recent performance of crypto currencies. And bitcoin is just the most well-known. There are many more of them. With names such as Ripple, Stellar, Golem, FunFair, HalloweenCoin , or SnakeEyes some of them sound like brands of Ecstasy from 20 ago. In fact, anyone who wants to can create his or her own digital currency. This is reminiscent of the nobility’s right of minting in the Middle Ages, with which every nobleman who possessed it was allowed to coin his own currency. Comparisons to the tulip mania in Holland of the 17th century are already frequently made. On February 3, 1637, the price of a single tulip bulb was more than 5,000 guilders (in today’s prices almost 100,000 euros). By way of comparison, the painter Rembrandt only received 1,600 guilders for his painting The Night Watch. It is a sobering thought but at least the investor still had a bulb from which a beautiful flower could grow – even after the tulip bubble burst. Bitcoin is clearly a different case altogether.

On bankers and economists bitcoins has long produced only a mocking smile. The regulatory authorities have watched the crypto currency already for a while, but mainly for the purpose of curbing its criminal uses. And these continued to make headlines in 2017: money laundering, ransom-hacking, embezzlement, arms trafficking in the so-called darknet, etc. But now the overseers have begun to evaluate the mainstream capability of bitcoin. We can observe parallels to the development of the internet in the early 1990s, which bankers and large corporations – traditionally laggards in adopting technological change – initially eyed with equal skepticism, before jumping on the bandwagon and integrating it into their own business models. Is bitcoin, or more generally the technology behind it („blockchain“), facing a similar development? Or will bitcoins become the tulips of the 21st century and no longer play any role in the real economy after the bubble has burst? (And even the most enthusiastic bitcoin apologists are convinced it will burst). In order to answer the question ‘what follows next?’ it is well worth having a look at the historical relationship and interaction of scientific / technological progress with speculative financial bubbles.

The first major technological revolution, also called the (first) „Industrial Revolution“, was based on the utilization of steam power in the first half of the 19th century. Economically, its result was the creation of vast fortunes, especially in the form of shares in railway companies (which accounted for half of the stocks listed on the New York Stock Exchange back then). A huge speculative bubble around these stocks began to form before finally bursting spectacularly in England in 1847 and the US 26 years later – even before the railroad technology had reached its full impact as a mass product.

The second major wave of technology was based on the use of electricity as well as the development of the automobile (both were connected: electric cars were among the first models ever and in several respects technically superior to their competitors with combustion engines). Once again, the enthusiasm of investors surged to the sky and with it the stock prices of electric and automotive companies. The result was the crash of 1929, which led to the worst economic crisis of the 20th century. With the electrification and the mass production of automobiles, the true breakthrough of the technology into people’s everyday lives did not occur until 25 years later.

The third major technological development most contemporaries surely still remember: the digitization that brought us the internet and mobile communication. The accompanying dot-com bubble of the 1990s finally burst spectacularly in the early 2000s. This did not detract the triumphal march of the internet and the smartphone, which subsequently only took 5-10 years to materialize, rather than the earlier precedents of a quarter of a century.

It appears that speculative bubbles are somehow a necessary condition for meaningful technological developments, while the intervening time span between grows increasingly shorter. This does not, however, mean that every financial crash is preceded by a technological revolution. In 2008, for example, it was the banks’ ominous derivative and structuring operations that preceded the real estate and stock market downturn. No real new technologies were behind these, it was rather more a case of bankers coming up with new ideas to skim as much money as possible.

Now the question arises: Is the currently developing speculative bubble around bitcoin and its upcoming bursting such a forerunner of a new revolutionary technology? That is by no means out of the question, as Blockchain, the technology behind bitcoins, does indeed have the potential for another technological overthrow. And this threatens to completely exterminate an important group of central agents in the global economy, the so called intermediaries. Today, intermediary institutions such as banks, stock exchanges, notaries, auditing firms, as well as numerous government institutions (e.g. central banks, tax authorities and regulators), collectively control a large part of our economic life. They guarantee a central condition for the smooth functioning of all economic activities: trust.

Banks guarantee my financial assets, a „banknote“ offers a (in most cases) reliable storage device for value. A notary guarantees the legal certainty of a contractual agreement, while central banks determine that the paper notes in our hands possess a value. In addition, government authorities ensure that players in the international banking business comply with the rules. All these are “agents of trust”. However, even these agents are not 100% trustworthy and can themselves get into a state of distress and this is proven by the various banking and government crises of the past years and decades, with effects ranging from hyperinflation, bank failures, credit crunches to dysfunctional (failed) states.

The blockchain technology provides completely new solutions to the challenge of building trust within an economy. Perhaps the most prominent example is a new transparent and decentralized way of defining the central unit of economic exchange: money. Economic processes hereby take place in decentralized („peer-to-peer“) networks instead of by exchanging a government regulated currency. There is no need for trust and a central bank currency to process payments.

The way blockchains work is as simple as keeping a business journal, but with a lot more entries as well as decentralized and global management: Blockchains are electronically stored journals („blocks“), which – hence the name – are linked in a chain, stored on many computers in parallel, and are accessible to anyone. The property of the money corresponds to the possession of a secret digital key, which enables access to a digital wallet. This is then used to transfer money to somebody else for the sake of making a payment. This process is then registered in the global blockchain.

We usually need to trust a bank or another facilitating entity when making a transaction, which guarantees the security of the transaction. However, in a blockchain, this is the task of the community of all stakeholders. A payment will be approved by the majority of the participants upon presentation of the correct key. Corrections to the system are only possible if the majority of the participants agree. Due to their high number this is hardly possible after a short while. The entries of the blocks into the blockchain are performed by decentralized nodes, for which their owners are rewarded (this applies to the bitcoin blockchain, other models exist, however): They receive new currency units for their activity. This is the process of „mining“ new bitcoins. In order for everyone to participate and have a chance of successfully mining, and thus to make the net as broad as possible, miners must solve increasingly complex mathematical problems, before they can make an entry and receive bitcoins (in technical language: miners must show a „proof of work”, which requires CPU and the cooling of the computers – significant costs on their part).

The Blockchain technology has thus the potential to replace intermediaries such as money, banks and government agencies by a community of numerous users. It could put commercial transactions and organizations on an entirely new footing. Money, as we know it today, could disappear completely. Instead of using such a state-regulated intermediary for business transactions, people could make all their payments directly and digitally, registering them in blockchains. The lawyer, who buys bread from the baker, pays by enabling a transaction (e.g. through the use of a cell phone) which is then immediately added to the blockchain. Similarly, the lawyer receives compensation for labor directly from customers into a digital account, which is equally stored in the blockchain. Money as an intermediary for various economic agents and their purchases and sales is then simply no longer needed. No wonder the technology is arousing the enthusiasm of those who want to withdraw economic processes from any government control.

However, the potential applications of blockchains go far beyond monetary transactions. Blockchains enable people who do not know each other to keep an accurate and true record of who owns what. It is not necessary for them to trust each other, because the blockchain itself guarantees the integrity of the transactions. Most generally, blockchains enable the recording and preservation of „truths“ (e.g. property rights) that cannot be manipulated by a corrupt state or by private interests, as such manipulations must always be decentrally confirmed by the majority of the users. According to forecasts from the World Economic Forum, the first governments will collect payroll taxes using the blockchain technology by 2023. And, by 2027, at least 10% of total world gross domestic product will be stored on block chains (WEF, Global Agenda Council on the Future of Software and Society, Deep Shift Technology Tipping Points and Societal Impact, 2015). Decentralized land register accounts based on blockchains are already being discussed, which could have a significant positive impact on society, especially in countries where public registers are unreliable or do not even exist. The central land register, as we know it today, could become obsolete. Developing countries, such as Honduras and Georgia, but also maturing economies e.g Sweden have already signaled interest in using blockchain technology for this purpose. And in March 2017 Dubai announced a major blockchain initiative aimed at empowering all government entities and the entire public administration to use the new technology from 2020 onwards.

With high probabilities, many people will soon lose a lot of money once the bitcoin bubble and that of other crypto currencies burst. But the really interesting questions relate to what happens thereafter. What will become of the underlying blockchain technology in the medium and long term? Blockchain’s much bigger technological potential, which extends much further than bitcoin, is the real reason why it is worthwhile following its developments very closely.

One thought on “Nach dem anstehenden Bitcoin-Crash – Welchen Einfluss werden Kryptowährungen und die Blockchain-Technologie haben?Beyond the bitcoin crash – What will be the lasting impact of crypto currencies and the blockchain technology?

  1. Eine sehr schöne, zusammenfassende Darstellung der Blockchain-Technologie, die sogar ich halbwegs verstehe. Hoffe ich zumindest. Historische Zusammenhänge zeigen: Man weiß nicht, was kommt, wenn Blasen platzen. Platzt die Schulden-Blase, berührt es die Existenz des Kapitals sehr wahrscheinlich nicht im Geringsten, so auch nicht die Bedeutung der Blockchain-Technolgie, nachdem die Bitcoin-Blase geplatzt ist. Den Kapitalismus abschaffen muss man schon bewusst wollen und auch entsprechend handeln (dafür aus dem Fenster hängen). Von selbst passiert nichts!
    (Franz Witsch, film-und-politik.de)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.