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Die aktuelle Entwicklung in der Biotechnologie (rund um die Geneditier-Technologie CRISPR) führt uns erneut vor Augen: Aus dem Wunsch der Wissenschaftler, die Welt zu verstehen, ist längst der Wille des Menschen nach ihrer Gestaltung nach seinem eigenen Willen geworden. Immer neue Innovationen führen uns in Dimensionen von Möglichkeitsräumen, die nur wenige Jahre zuvor noch unvorstellbar erschienen. Und dies geschieht immer schneller. War das Leben 1993 so viel anders als 1970? Doch was hat die Gegenwart im Jahr 2017 noch mit 1993 gemein? Es müssen keine hundert Jahre mehr vergehen, bis sich unser Alltag so verändert hat, dass er kaum mehr wiederzuerkennen ist.

In seinem berühmtem Roman Brave New World von 1932 beschreibt Aldous Huxley das unheimliche Zukunftsszenario einer Gesellschaft, die aus zahlreichen genetischen Kasten besteht. Es gibt heute kaum einen Artikel in den Medien über CRISPR, der keinen Bezug auf Huxleys Dystopie nimmt. Denn CRISPR lässt dieses Szenario auf einmal sehr viel realistischer erscheinen. Was dabei vergessen wird: Huxley Roman spielt im Jahr 2540! So lange wird es sicher nicht brauchen, bis Geneditierung und damit Szenarien wie von Huxley beschrieben Wirklichkeit werden.

Der Fortschritt ist sogar so rasend schnell geworden, dass wir die Zukunft bereits eingeholt haben. Um uns herum machen Wissenschaftler unglaublichste Technologien möglich, und wir befinden uns wie in einer Blase, in der wir noch der alten Zeit verhaftet sind und Mühe haben, die Neuerungen überhaupt wahrzunehmen, bevor sie sich allzu deutlich vor unseren Augen abzeichnen (und dann reiben wir uns erstaunt die Augen und fragen, wie das denn alles möglich ist), geschweige denn zu verstehen, was sie bedeuten und wie sie unsere Gesellschaften verändern werden. Dabei ist CRIPSR mit seinen Möglichkeiten des präzisen, schnellen und kostengünstigen Eingriff in unser Genom (und dass aller Tiere und Pflanzen) und den damit verbundenen Hoffnungen (z.B. in der Medizin oder Landwirtschaft) einerseits und den mit ihr verbundenen Gefahren (Menschenzucht) andererseits nur eine von zahlreichen Schlüsseltechnologien, die unser Leben schon in wenigen Jahren fundamental prägen werden. Wer weiß schon, dass bereits heute …

• … so genannte Nano-Maschinen gebaut werden, die nur wenige Moleküle groß sind, und Nanobots, Roboter so groß wie Viren, in lebenden Organismen eingesetzt werden, um dort beispielsweise Krebszellen bekämpfen zu können.

• … so genannte Quantencomputer gebaut werden, die Geheimdienste und die Arzneientwicklung ebenso revolutionieren werden wie das Finanzwesen und viele andere Bereiche unserer Wirtschaft.

• … unser Gehirn mit Computer verbunden werden kann, was Querschnittsgelähmte wieder gehen und Roboter allein mit Hilfe unserer Gedanken steuerbar werden lässt.

• … Menschen sich mit Hilfe von neuen Neuro- und Bewusstseinstechnologien in Maschinen verkörpern können – und dabei das Gefühl haben, sie seien selbst die Maschine.

• … im Tierversuch Gehirne zusammengeschaltet werden, so dass sie wie ein einziges Gehirn agieren.

• … Erinnerungen in tierische Gehirne transferiert werden.

• … Krebs und HIV mit ganz neuen gentechnischen Methoden behandelt werden und vielleicht schon bald besiegt werden können.

• …CRISPR/Cas9 potentiell gezielt Augenfarbe, Körpergröße oder sogar Intelligenz manipulieren kann. Wissenschaftler sprechen schon von der Möglichkeit von „CRISPR-Babys“.

• … Künstliche Intelligenz unserem kognitiven System unterdessen nicht nur in rechnerischen, sondern auch schon in intuitiven Fähigkeiten überlegen ist.

• … Big Data Algorithmen kombiniert mit künstlicher Intelligenz Krankheiten vorhersagen können, bevor der Betroffene selbst davon weiß.

• … Biologen bereits Bakterien mit zu 100 Prozent künstlichen Genen hergestellt haben.

• … der aus Douglas Adams‘ Roman Per Anhalter durch die Galaxis bekannte „Babelfisch“, der simultan fremde Sprachen in die Sprache des Trägers übersetzt, in ersten Einsätzen erfolgreich erprobt wird.

• … Fleisch in 3D-Druckern ausgedruckt wird

Die Aufzählung ließe sich weiter fortsetzen. Die Liste der Schlüsseltechnologien, die unser Leben massiv beeinflussen werden, ist länger, faszinierender und oft auch beängstigender als je zuvor.

Blicken wir auf die auf die Wissenschaftsgeschichte der letzten 400 Jahre zurück, so erkennen wird, dass neue Technologien schon immer mit Ambivalenzen verbunden waren. Neben Computern, Laser und moderner medizinischer Diagnostik brachte uns die Quantenphysik auch die Atombombe. Das Internet kommt sowohl mit aufregenden neuen Möglichkeiten des sozialen, politischen und wirtschaftlichen Austauschs als auch mit ganz neuen Möglichkeiten der persönlichen Überwachung und Eingriffen in unsere Privatsphäre. Und vom modernen Hunger nach Energie führt ein direkter Weg zum Klimawandel. Wir verdanken unseren Wohlstand und den Komfort unserer modernen Lebensqualität maßgeblich dem wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt. Gleichzeitig konfrontiert uns dieser mit existentiellen Problemen: Umweltzerstörung, Klimaveränderungen, Überbevölkerung, Nahrungsengpässe, Wirtschaftskrisen und nukleare Bedrohung, um nur die offensichtlichsten zu nennen. Fast noch erschreckender sind die Veränderungen, die sich abseits unserer Wahrnehmung abspielen. Dazu gehört die Gefahr, dass wir unser Selbstverständnis und damit das Wesen des Menschen selbst grundlegend verändern. Und wir haben keine Ahnung, was uns dann erwartet.

Doch wer oder was gestaltet eigentlich den technologischen Fortschritt? Derselbe Blick in die Vergangenheit zeigt uns auch, dass sich der technologische Fortschritt bisher zumeist selber gesteuert hat. Dabei folgt der Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Technologien weitestgehend einer entweder militärischen oder kapitalistischen Verwertungslogik. Mit der dramatischen Beschleunigung des technologischen Fortschrittes und seiner Entwicklung an derart vielen Fronten zugleich scheint es unwahrscheinlich, dass sich dies ändern wird. Im Gegenteil: Das Reaktionsvermögen der gesellschaftlichen Entscheidungsträger – auch in Anbetracht eines bei ihnen ohnehin schwach entwickelten Bewusstseins für den Entwicklungsstand der Wissenschaften – ist bedeutend zu langsam, um in die sich immer weiter beschleunigende Dynamik des technologischen Wandels steuernd einzugreifen.

Doch auch wenn CRISPR den Biologen und Gen-Ingenieuren (und Finanzinvestoren dahinter) all ihre Wünsche zu erfüllen verspricht, wirft eine Technologie, die das Wesen den Menschen verändern kann oder potentiell ganze Spezies verändern und ausrotten kann, auch wenn dies zunächst Krankheitserreger sind, ganz neue ethische Fragen auf, die Wissenschaftler und politische Entscheidungsträger erst beginnen zu verstehen. Können wir wirklich wollen, dass Eltern über Eigenschaften ihres Nachwuchses bestimmen? Was würde es bedeuten, wenn gentechnisch optimierte Menschen denjenigen, die ihren Gen-Mix nach dem Millionen Jahre alten „Zufallsverfahren“ der genetischen Rekombination der elterlichen Gene erhalten haben, hinsichtlich kognitiver oder körperlicher Fähigkeiten deutlich überlegen sind? Und was passiert, wenn uns eine künstliche Intelligenz nicht mehr nur in einigen kognitiven Bereichen, sondern in allen Domänen überlegen ist.

Können wir hoffen, dass der Mechanismus des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs den technologischen Fortschritt so steuert, wie es für uns am besten ist? Wollen wir also die Pharma- und Gentechnikfirmen über den Einsatz von CRISPR entscheiden lassen, oder Google über die Entwicklung einer höheren künstlichen Intelligenz oder Facebook über die Normen des persönlichen Datenschutzes? Wir würden den Bock zum Gärtner machen. Die Aussichten auf Milliarden-Geschäfte konstituieren Interessenkonflikte, die kaum zu bewältigen sind. Die kapitalistische Verwertungslogik ist eine gewaltige Kraft in unserer heutigen Welt, die zumeist jeglicher Differenzierung und ethischer Reflexion bei der Entwicklung und dem wohlüberlegten Einsatz neuer Technologien entgegenwirkt. Wenn es ein schlimmer Gedanke ist, dass wir durch CRISPR unsere genetische Zukunft kontrollieren könnten, dann sollten wir uns vielleicht mal überlegen, was es bedeuten würde, diese Macht zu besitzen und sie nicht mehr kontrollieren zu können. Das wäre dann wirklich unheimlich, nahezu undenkbar.

Für die Beurteilung der Entwicklung zukünftiger Technologien ist es von größter Bedeutung, die Kräfte zu kennen und zu benennen, die freie Märkte davon abhält, zu besten Entscheidungen zu kommen:

Externalitäten: Die wirtschaftlichen Aktivitäten einer Person (oder eines Unternehmens) können sich auf andere (ggfs. alle anderen) Menschen oder Gruppen auswirken, ohne dass die handelnde Person die vollen Kosten dafür trägt. Beste Beispiel für Externalitäten sind öffentliche Güter, die keinen Marktpreis haben, wie ökologische Ressourcen oder die allgemeine Gesundheit. Umwelt zu verpesten kostet auch heute noch wenig bis nichts, der klimaschädliche Ausstoß von CO2 ist nach wie vor nicht mit größeren Kosten für die Produzenten verbunden, das Sicherheitsrisiko bei der Kernkraftnutzung oder beim Erdgas-Fracking trägt weitestgehend die Allgemeinheit, und die massive Verwendung von Antibiotika in der Landwirtschaft führt zwar zu höheren Erträgen bei den Agrarunternehmen, lässt aber resistente Keime zu einen globalen Gesundheitsrisiko werden.

„Rent seeking“: Oft gelingt es mächtigen Gruppierungen, die politischen und ökonomischen Regeln zu ihrem eignen Vorteile zu verändern (oder zu belassen). Solches Streben nach staatlich garantierten Vorteilen, ohne dass damit der gesamte gesellschaftliche Wohlstand vermehrt wird und oft gar vermindert, heißt bei den Ökonomen „rent seeking“.

Informationsasymmetrien: Bereits 1970 zeigte Ökonom Georg Akerlof in seinem Aufsatz The Market for Lemons („Der Markt für Zitronen“), dass freie Märkte nicht optimal funktionieren können, wenn Käufer und Verkäufer nicht den gleichen Zugang zu Informationen haben. In vielen Märkten unseres alltäglichen Lebens besteht eine solche Asymmetrie: im Arbeitsmarkt, dem Markt für Finanzprodukte, dem Markt für Gesundheitsgüter und Nahrungsmittel, dem Energiemarkt, sowie – besonders bedeutend in unserem Kontext – dem „Markt“ für neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Technologien. Ein Muster, dass sich bzgl. letzterem immer wieder zeigt und das Akerloff im Detail beschreibt (wofür er 2001 mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet wurde), ist: Lügen, inklusive dem systematischen Säen von Zweifeln an etablierten wissenschaftlichen Erkenntnissen, gehören für Unternehmen in einer freien Marktwirtschaft einfach dazu.

Kognitive Verzerrungen: Die klassische ökonomische Theorie geht davon aus, dass wir wissen, was gut für uns ist. Dabei hat die Verhaltensökonomik längst aufgezeigt, dass wir oft weit unüberlegter und weniger rational handeln, als es uns die Verfechter des freien Marktes versuchen glauben zu machen. So lassen wir uns oft von kurzfristigen Trieben leiten, anstatt von langfristigen, wohlüberlegten Erwägungen. Ein gutes Beispiel ist das Rauchen oder der Konsum von Alkohol und Drogen (der aus gutem Grund staatlich reguliert und gesetzlich beschränkt ist). Wir nehmen also nicht nur in Kauf, anderen Schaden zuzufügen, sondern lassen uns durch Manipulationen auch sehr leicht zu selbstschädigenden Verhalten verleiten.

Dabei geht bei Fragen wie der geeigneten Verwendung von CRISPR oder der Entwicklung einer möglichen überlegenden künstlichen Intelligenz (KI) um weit als ein paar Milliarden Dollar Gewinn für ein paar Unternehmen: Es geht um nichts weniger als das Überleben der menschlichen Zivilisation, wie wir sie kennen. Die Möglichkeiten von Technologien wie CRISPR oder KI stellen in letzter Hinsicht jeden einzelnen Menschen, jeden von uns, in Frage. Wie wir mit ihnen umgehen, bestimmt die Zukunft unserer individuellen Würde und Freiheit, sowie zuletzt unseres Menschseins an sich.

Die ethische Bewertung und politische Gestaltung zukünftiger Technologie muss weit über die kommerziellen oder militärischen Interessen einzelner Personen, Unternehmen oder Staaten hinausgehen. Fest steht schon heute: Unsere Gesellschaft wird sich durch zukünftige Technologien fundamental ändern. Aus diesem Grund haben unsere heutigen Entscheidungen eine ungeheure Hebelwirkung. Und bei all dem bleibt uns nur ein recht kleines Zeitfenster, bevor sich Technologien und gesellschaftliche Normen etabliert haben, die wir eigentlich gar nicht wollen, die sich dann aber kaum noch ändern lassen. Deshalb ist ein aktiver breiter gesellschaftlicher (und natürlich demokratischer) Dialog so dringend notwendig.

Dies erfordert demokratisches Engagement eines jeden von uns – was die Pflicht zur Information einschließt. Noch immer ist viel zu wenig von Physik, Chemie oder Biologie die Rede ist, wenn uns Journalisten und andere Meinungsmacher Weltzusammenhänge und wichtige gesellschaftliche Entwicklungen aufzeigen wollen. Zudem müssen wir eine Haltung der intellektuellen Redlichkeit bei Politikern und anderen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern einfordern. Das heißt, bewusste Unwahrheiten, Informationsverzerrungen und -verschmutzung oder Informationsfilter zum Zwecke der Durchsetzung partikularer Interessen auf moralischer wie politischer Ebene konsequent zu bekämpfen. Gerade in einer Zeit, in der „Fake-News“ ihre destruktive propagandistische Macht entfaltet und erschreckend viele Politiker noch immer ernsthaft den Klimawandel oder die Darwin’sche Evolutionstheorie bezweifeln, gewinnt dieser Punkt an Bedeutung. Das Gebot der intellektuellen Redlichkeit gilt aber ebenso für die Empfänger von Information. Intellektuelle Redlichkeit bedeutet auch, sich auf unangenehme Wahrheiten einzulassen, ohne sich etwas vorzumachen. Wir müssen uns darin üben, nicht allzu schnelle Schlüsse zu ziehen, Vorurteile abzubauen und uns wenn nötig auf komplexe Zusammenhänge einzulassen, ohne alles gleich vereinfachen zu wollen. Und zuletzt müssen wir auch unangenehme Wahrheiten zulassen. Ein jeder von uns sollte sich bei der Gestaltung unserer technologischen Zukunft um einen breiten rationalen, informations- und faktenbasierten Diskurs bemühen.

Denn: Bei einem verantwortungsvollen Gebrauch der Naturwissenschaften und ihrer Technologien könnten uns in der Zukunft paradiesische Zustände winken, bei verantwortungslosem Gebrauch die unwiederbringliche Zerstörung unserer humanistischen Errungenschaften und ein Leben in einer irdischen Hölle.

9783662433997
Dazu mehr in: Supermacht Wissenschaft. Unsere Zukunft zwischen Himmel und Hölle von Lars Jaeger, Gütersloher Verlagshaus. Erscheint am 28. August 2017:

The current development in biotechnology (around the new gene-editing technology CRISPR) illustrates once again: The desire of the scientists to understand the world has long turned into man’s determination to design and shape it according to his needs. Numerous new innovations have lead us into dimensions of possibilities, which only a few years before seemed unimaginable. And this happens ever faster. Was life in 1993 that different from 1970? But what does our present in 2017 have in common with 1993? It does not take one hundred years any longer until our everyday life has changed towards the recognizable.

In his famous 1932 novel Brave New World, Aldous Huxley describes the sinister future scenario of a society that consists of numerous genetic castes. There is hardly an article in the media today dealing with CRISPR without a reference to Huxley’s dystopia. Because CRISPR all of a sudden makes this scenario seem much more realistic. What gets forgotten however: Huxley’s novel plays in the year 2540! It will certainly not take that long for genetic editing to set in and scenarios as described by Huxley become reality.

The technological progress has become so rapid that we have already caught up with the future. Scientists around us make the most incredible technologies possible, and we find ourselves in a bubble, attached to the olds times having trouble to recognize the innovations, before they are too obvious to be ignored (and then we rub our eyes in astonishment asking how all this has become possible), let alone understanding what they mean and how they will change our societies. CRIPSR with its accurate, fast and low cost means to alter our genome (and the ones of animals and plants) and the associated hopes (e.g. in medicine or agriculture) as well as dangers (such as altering the human germline) is only one of the many key technologies that in the next years will shape our lives fundamentally. Few people know that already today…

• … there are so-called nano-machines, which are only a few molecules large, and nanobots, robots as large as viruses, are used in living organisms with the potential to fight off, for example, cancer cells.

• … so-called quantum computers are being built that are to revolutionize the secret services and the development of medicine as well as the financial industry and many other sectors in our economy.

• … our brain can be connected to a computer, which enable the paralyzed to walk again and robots be controlled solely by our thoughts.

• … with the help of new neuro- and consciousness technologies people can embody themselves in machines- and have thus the feeling that they are themselves the machine.

• … in animal experiment brains can be interconnected so that they act like a single brain.

• … memories can be implanted into animal brains.

• … cancer and HIV are being treated with new genetic engineering methods and will perhaps be eradicated in a not distant time.

• … CRISPR / Cas” can potentially manipulate eye color, body size or even intelligence, and scientists are already talking about the possibility of „CRISPR babies“

• … artificial intelligence is already superior to our cognitive system not just when it comes to calculation but also in intuitive abilities

• … Big Data algorithms combined with artificial intelligence can predict disease before the affected person knows about them.

• … scientists have created bacteria with 100% artificially genes.

• … the „Babel fish“ known from Douglas Adams’s novel A hitchhiker through the Galaxy which simultaneously translates foreign languages into the language of the wearer, has been successfully tested in first trials.

• … meat is printed in 3D printers

The list of key technologies that will dramatically affect our lives could be continued. It is longer, more fascinating, and often more frightening than ever before.

Looking back at the history of science of the last 400 years we see that new technologies have always come with ambivalences. Besides computers, lasers and modern medical diagnostics quantum physics also led to the development of the atomic bomb. The Internet comes with exciting new possibilities of social, political and economic exchange, but also as with completely new dimensions of invasions into our privacy. And from mankind’s appetite for energy leads a direct path to climate change. We owe our very prosperity and the comforts of our modern lifestyle to the scientific and technological progress. At the same time, this very progress confronts us with existential problems: Environmental degradation, climate change, overpopulation, food shortages, economic crises, and nuclear threats, to name only the most obvious. Almost more frightening, though, are the changes that take place outside our perception. This includes the risk that we will fundamentally change our self-understanding and thus the very essence of who we are. And we have no idea what awaits us then.

But who or what actually determines and shapes the technological progress? The same glimpse into the past also shows us that the technological progress has so far taken care of itself. The transfer of scientific insights into technologies has largely followed the logics of either military or capitalistic utility. With the dramatic acceleration of technological progress and its simultaneous development on so many different fronts, it seems unlikely that this will change. On the contrary, the responsiveness of the social decision-makers – also in view of the fact that their knowledge on scientific matter continues to be rather poorly developed – is significantly too slow to deal with the ever accelerating dynamics of technological change.

But even if CRISPR promises to grant all possible wishes to biologists and gene engineers (and the financial investors behind them), a technology that can change the very nature of man, alter and eradicate entire species – even if these are pathogens at first – raises entirely new ethical issues that scientists and policy-makers are only beginning to appreciate. Can we really want parents to determine the characteristics of their offspring? What would it be like if genetically engineered humans were superior in their cognitive or physical abilities to those who received their gene mix according to the millions of year’s old random procedure of parental gene recombination? And what happen if an artificial intelligence beats us not just in one but in all cognitive domains.

Can we hope that the mechanism of competitive markets will drive technological progress the way it is best for us? Should we want the pharmaceutical and genetic engineering companies decide about the use of CRISPR, or Google about the development of a higher artificial intelligence, or Facebook about the norms for personal data protection? Most of us would shudder at this thought. The promise of billions of dollars in profit creates conflicts of interest that are difficult to come by. The logics of capitalist exploitation is a powerful force in today’s world that often counteracts the necessary differentiation and ethical reflection regarding the development and suitable use of new technologies.
If controlling our genetic future through CRISPR is a petrifying thought, then perhaps we should consider what it would mean to have this power but not being able to control it. That would be truly creepy, really unimaginable.

In assessing the development of future technologies, it is of utmost importance to know and identify the forces that prevent free markets from making best decisions:

Externalities: The economic activities of an individual (or company) can have an impact on other (possibly all other) people without this person or firm bearing the full costs of that impact. Examples of externalities are public goods that do not bear a market price such as ecological resources or public health. Polluting the environment still comes with little to no costs today, CO2 emissions are largely cost free for producers, while the general public bears the safety risk in nuclear power plants or natural gas fracking, and the massive use of antibiotics in farming leads to higher yields for agricultural companies at the price of resistant germs threating global health.

Rent seeking: All too often powerful groups are able to change (or maintain) the political and economic rules to their own advantage. Such efforts to achieve government-provided and protected advantages that do not increase and all too often diminish the overall social welfare are referred to as „rent seeking“ by economists.

Asymmetry of information: As early as in 1970 the economist Georg Akerlof described in his essay The Market for Lemons that free markets cannot function optimally if buyers and sellers do not have the same access to information. In many markets such asymmetry of information persists, such as in the labor market, the markets for financial products, health care and food, the energy market, as well as and most important in our context, the “market” for scientific knowledge and technologies. A pattern we can observe over and over again and which Akerlof describes in detail (for which he was rewarded the 2001 Nobel Prize in Economics) is: Lying, including the systematic seeding of doubts on established scientific knowledge, is simply part of business for companies in a free market economy.

Cognitive distortions: Classical economic theory assumes that we know what is good for us. However, behavioral economics has long shown that we often act far less thoughtfully and rationally than the supporters of free market economies try to make us believe. We are all too often guided by short-term impulses instead of long-term oriented, deliberate considerations. A good example is smoking or consumption of alcohol and drugs (which for a good reason is government regulated and legally constrained). We do not only accept harming others, but are easy to manipulate into conducting self-damaging behavior.

When it comes to questions such as how to appropriately use CRISPR or whether we should, once we can, develop a superior artificial intelligence (AI), much more is at stake than a few billion dollars of profits for some selected companies. We are dealing with nothing less than the continuation of human civilization as we know it. The possibilities of technologies such as CRISPR or AI relate at last to every one of us. How we deal with them determines the future of our individual dignity and freedom as well as of humanity as such.

The ethical assessment and political framing of future technologies must stretch far beyond the commercial or military interests of individuals, companies, or states. It is already clear today: Our society will change fundamentally through future technologies. For this reason, our decisions today possess a tremendous leverage effect. On top of this, only a very small time window remains before technologies and social norms we may not really support have established themselves and can then hardly be altered. Hence, a broad active democratic dialogue between all stakeholders in our society is so urgently necessary.

This requires the democratic commitment of each one of us – which includes the obligation to seek and process relevant information. There is still far too little talk of physics, chemistry, or biology, when journalists and other opinion makers try to inform us on world matters and important social developments. In addition, we must demand an attitude of intellectual integrity among politicians and other social and economic leaders. We are to fight, on the moral as well as the political level, deliberate deception, information distortions, and other types of pollution in the information space which often serve solely the purpose of supporting particular interests. Especially in a time when „fake news“ unfold their destructive propagandistic power and a frightening number of politicians still seriously question climate change or Darwinian evolution theory, is this particularly important. But the decree of intellectual integrity also applies to the recipients of information. Intellectual integrity also means accepting unpleasant truths without fooling ourselves. We have to practice not to jump to conclusions too fast, to dismiss prejudices, to engage ourselves in complex frameworks and when necessary let go of our bias towards simplicity. And last but not least we must accept unpleasant truths. Each of us should strive for a broad rational, information-based, and factual discourse when it comes to assessing our technological future.

For, with the responsible use of the natural sciences and their technologies, we can achieve paradise-like living conditions for mankind in the future, their irresponsible use, however, could lead to the irretrievable destruction of our humanistic achievements and to a life in an earthly hell.

9783662433997
More in: Supermacht Wissenschaft. Unsere Zukunft zwischen Himmel und Hölle („Superpower Science – Our future between Heaven and Hell“) by Lars Jaeger, Gütersloher Verlagshaus, published on 28 August 2017

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