Es gibt einen Begriff, der Naturwissenschaftler und Künstler zugleich bewegt und der wie kein anderer geeignet zu sein scheint, eine seltene diskursive Brücke zwischen ihren beiden Disziplinen zu schlagen. Es handelt sich um den Begriff des Schönen, im engeren Rahmen um den der „Symmetrie“. Die meisten antiken und neuzeitlichen Kunstauffassungen erkennen in der Symmetrie ein wesentliches Kriterium von Schönheit. Die theoretische Physik des 20. Jahrhunderts wiederum entdeckte in ihr so etwas wie ein begründendes Prinzip.

Der Begriff leitet sich aus dem altgriechischen symmetría ab, eine Verbindung von syn (zusammen) und métron (das rechte Mass). Symmetrie bedeutet also Eben- oder Gleichmass. In der antiken Kunstauffassung beschrieb Symmetrie die idealen Proportionen von Längen- und Abstandsverhältnissen in Skulpturen (Bildhauerei), Bildern (Malerei) oder Gebäuden (Architektur). Ganz wie die perfekten Harmonien in der Musik sollten sich diese in entsprechenden Zahlenverhältnissen ausdrücken. Als Vorbild galt dabei der menschliche Körper. So beträgt beispielsweise das Verhältnis der Länge des Arms zum gesamten Körper ein Viertel. Und bei ausgestreckten Armen und Beinen beschreiben ihre Enden genau ein Quadrat bzw. einen Kreis mit dem Bauchnabel als Zentrum. Nicht zufällig betonte diese Erkenntnis in der Renaissance genau der Gelehrte, der bis heute als einer der grössten Künstler und Wissenschaftler in einer Person gilt: Leonardo da Vinci. Neben idealen Proportionen kannte die antike Kunst bereits zwei weitere Konzepte für Symmetrie: die Spiegelsymmetrie, wie sie in der Beziehung von linker und rechter Körperhälfte ihren Ausdruck findet, und das Gleichgewicht von Gegensätzen, wie es sich beispielsweise in der griechischen Medizin und ihrer Lehre von den Körpersäften artikulierte.

Das wesentliche Bestreben der Naturwissenschaftler hingegen ist, aus der verwirrenden Komplexität der Naturphänomene einfache Vorgänge und Strukturen herauszuarbeiten. So hegen die meisten theoretischen Physiker den tiefen Glauben, dass sich die Natur trotz der Vielfältigkeit ihrer Erscheinungen in ihrer Struktur auf fundamentaler Ebene als einfach erweist. Und in dieser Einfachheit, die ihre Entsprechung in den mathematischen Strukturen der sie beschreibenden physikalischen Theorien findet, wollen sie die wahre Schönheit der Natur erkennen. Dass dabei die Schönheit ihren Ausdruck gerade durch die Disziplin gibt, deren Grammatik viele Künstler seit je her weder besonders schätzen noch beherrschen, mag ironisch erscheinen. „Einfach“ ist für einen Physiker so ziemlich alles, was mathematisch exakt dargestellt werden kann. Nicht das also ist einfach, was uns die Natur unmittelbar darbietet, sondern erst müssen die Wissenschaftler das bunte Gemisch der Phänomene trennen, das Wichtige von allem unnötigen Beiwerk (wie z. B. die Reibung beim freien Fall) befreien, bis sich die „einfachen“ Vorgänge zeigen. Erst dieses Einfache kann dann als „schön“ erscheinen.

Am einfachsten fällt diese Trennung des „unnötigen Beiwerks“ in der Astronomie (im Weltall gibt es keine Reibung), weshalb diese auch den Ausgangspunkt der wissenschaftlichen Revolution darstellte. Johannes Kepler war so begeistert von der Schönheit und Einfachheit der Himmelsbewegungen, die sich für ihn zuletzt in seinen Gesetzen von der Planetenbewegung offenbarte, dass er in ihnen höchste göttliche Prinzipien sah. Und Newton verschaffte der Physik nicht nur die Mathematik, mit der sich die Planetenbewegung konkret berechnen lässt, sondern er gab auch der von Galilei noch recht wagemutig ausgesprochenen Ansicht, dass „das Buch der Natur in der Sprache der Mathematik geschrieben ist“, erst ihre eigentliche Berechtigung (und der Wissenschaft damit den Anspruch, alles Naturgeschehen ableiten und berechnen zu können, ein Anspruch, den sie bis heute in der einen oder anderen Form aufrecht erhält und der sie zur einflussreichsten gesellschaftlichen und intellektuellen Kraft der Moderne machen sollte). Nicht weniger war Einstein bewegt von der in der mathematischen Struktur der Naturgesetze zum Ausdruck kommenden Stringenz und Erhabenheit. Seine allgemeine Relativitätstheorie, die das Phänomen der Gravitation in eine wunderbare geometrische Formulierung brachte, gilt bis heute als eine der erhebendsten und schönsten Theorien der Natur. In das gleiche Horn stösst Heisenberg: „Die endgültige Theorie der Materie wird ähnlich wie bei Platon durch eine Reihe von wichtigen Symmetrieforderungen charakterisiert sein.“ Doch sind diese Symmetrien nun nicht mehr unbedingt anschaulich, wie er weiter ausführt: „Diese Symmetrien kann man nicht mehr einfach durch Figuren und Bilder erläutern, so wie es bei platonischen Körpern möglich war, wohl aber durch Gleichungen.“

Wie Heisenberg uns bereits andeutet, ist der Symmetriebegriff der Naturwissenschaften ein anderer als in der Kunst. Hier geht es weniger um Proportionen oder Gleichgewichte als vielmehr um Ordnung und Struktur. In der mathematischen Erfassung der Natur beschreibt Symmetrie einen wichtigen Aspekt bei der Charakterisierung der Struktur und Dynamik von natürlichen Objekten. Ein Beispiel ist die Klassifikation von Kristallen, wie sie im 18. Jahrhundert ihren Anfang und im 19. Jahrhundert ihren Abschluss fand. Die Symmetrien von Kristallformen zeigen sich darin, dass Drehungen um bestimmte Winkel (und Achsen) ihre Erscheinung nicht verändern. So sind, wie bereits Kepler feststellte, Schneekristalle bei aller ihrer Individualität immer symmetrisch wie ein Sechseck (der Grund ist die besondere Form des Wassermoleküls). Der Einfluss der Kristallographie war auch deutlich erkennbar, als im 19. Jahrhundert ein verallgemeinerter mathematischer Begriff von Symmetrie entwickelt wurde: Invarianz gegenüber Transformationen. Darin wird eine Struktur als symmetrisch angesehen, wenn bestimmte Drehungen sie wieder in die gleiche Form überführen.

Ganz wie die Drehungen von Körpern lassen sich auch algebraische Gleichungen, Differenzialgleichungen und allgemeine geometrische Strukturen durch Transformationen charakterisieren, die sie invariant lassen. Daraus entwickelten die Mathematiker im 19. Jahrhundert unter Führung des Franzosen Évariste Galois (für algebraische Gleichungen) und des Norwegers Sophus Lies (für Differenzialgleichungen und allgemeine geometrische Strukturen) eine ganz neue mathematische Disziplin, die dem Schema der Kristallographie folgte (und nachweisbar von ihr beeinflusst war): die Gruppentheorie. Es war die Übertragung von einer konkreten geometrischen auf eine abstrakte algebraische Struktur, die Symmetrie zu einem ‚Urprinzip‘ der Physik machen sollte.

Die wohl beeindruckendste Mathematikerin des 20. Jahrhunderts sollte dem Streben der Physiker nach Symmetrie schliesslich eine stringente mathematische Form geben: Im Jahr 1918 formulierte Emmy Noether ein Theorem, das als „Noether Theorem“ bekannt werden sollte. Es verknüpft elementare physikalische Grössen (wie Energie, Impuls, Drehimpuls Ladung, Spin) mit algebraisch-geometrischen Symmetrien, nämlich der Invarianz physikalischer Grundgleichungen unter bestimmen (Symmetrie-)Transformationen. So beruht beispielsweise der Satz von der Energieerhaltung auf der Eigenschaft des Newton‘schen Gesetzes der klassischen Mechanik (wie auch der Schrödinger-Gleichung der Quantenmechanik und allen anderen heute akzeptierten physikalischen Gleichungen), bei einer Verschiebung auf den Zeitachse ihre Form nicht zu verändern. Mit anderen Worten: Aus der Tatsache, dass sich die Naturgesetze von heute auf morgen nicht verändern, ergibt sich der Gesetz von der Energieerhaltung. Umgekehrt muss bei Vorliegen einer Erhaltungsgrösse die zugrunde liegende Theorie eine bestimmte Symmetrie aufweisen. Ein erstaunlicher Zusammenhang. Dabei können in der modernen theoretischen Physik Symmetrietransformationen sehr viel abstrakter ausfallen als einfache zeitliche Verschiebungen. So ergeben sich aus nur sehr wenig anschaulichen Symmetrien in den abstrakten Räumen der Quantenfeldtheorien Dinge wie die acht Gluonen der starken Kernkraft oder auch die Existenz von zwei fundamental verschiedenen Sorten von Quantenteilchen (Bosonen und Fermionen). Das Noether-Theorem wurde im Verlauf des 20. Jahrhunderts zu einer der wichtigsten Grundlagen der theoretischen Physik.

Der „Glaube“ der Wissenschaftler ist ein tiefes Vertrauen in das Schöne in der Natur im Allgemeinen und die Symmetrie ihrer Gesetze im Besondern. Damit erweisen sie sich als ästhetisch empfindsame Menschen. Auch wenn der Begriff von „einfach“ in der modernen theoretischen Physik ein etwas anderer als der umgangssprachliche und die ihr zugrunde liegende Mathematik hochgradig abstrakt ist, so zeichnen sich ihre Theorien und Gesetze nichtsdestotrotz durch eine wunderschöne Konsistenz und Symmetrie aus. Symmetrie ist damit nichts weniger als die conditio sine qua non einer jeden physikalischen Theorie. Als erster und wohl am radikalsten artikulierte diesen Glauben der theoretische Physiker Paul Dirac (und ungewollt wohl auch die damit zusammenhängende Problematik): „Es ist wichtiger, Schönheit in seinen Gleichungen zu haben als Übereinstimmung mit dem Experiment“. Gerade die von ihm auf der Basis rein theoretischer Symmetrieüberlegungen hergeleitete Vereinigung von Quantenmechanik und spezieller Relativitätstheorie in der so genannten „Dirac-Gleichung“ gilt bis heute als eines der beeindruckendsten Beispiele von mathematischer Eleganz und Schönheit in der Physik. Aus ihr folgen zahlreiche erstaunliche und unterdessen ausnahmelos empirisch validierte Vorhersagen, wie beispielsweise die Existenz von Antimaterie. Und auch die Existenz des bekannten Higgs-Teilchens wurde von den Physikern auf der Grundlage von Symmetrie-Überlegungen bereits in der 1960er Jahren postuliert. Sie waren sich ihrer Theorie und damit der Existenz dieses ominösen Teilchens sogar derart sicher, dass sie bereit waren, ein halbes Jahrhundert Jahre auf seiner experimentellen Detektion zu warten (die schliesslich am 4. Juli 2012 verkündet wurde).

Doch besitzt das Verlangen der Physiker nach Symmetrie nicht vielleicht auch wahrnehmungs- oder motivationspsychologische Ursprünge? Physikern wie Dirac ist sicher nicht entgangen, dass sie Symmetrie zu etwas nahezu Metaphysischem stilisieren, in philosophischer Terminologie: zu einem „Prinzip des wahren Seienden“. Sie stützen sich dabei auf ein Argumentationsgefüge, das durchaus Ähnlichkeiten mit dem der mittelalterlichen Scholastik besitzt: Symmetrie ist wahr, weil sie das Prinzip des Seienden ist, und dies einfach, weil sie schön ist. Hier stellt sich unwillkürlich die Frage, ob eine solche „epistemische Einfachheit“, wie sie in der Symmetrieforderung der nach Erkenntnis strebenden Physiker ihren Ausdruck findet, das alleinige Gütekriterium einer wissenschaftlichen Theorie oder gar Ideal der Wissenschaft sein kann. So offenbart sich die ganze Problematik einer Haltung, wie sie in Diracs Worten ihren Ausdruck findet: Sie erklärt „schöne“ Theorien a priori als immun und appelliert, an ihnen trotz möglicher experimenteller Widerlegung festzuhalten, alleine aufgrund ihrer Einfachheit und Symmetrie. In der heutigen Diskussion unter theoretischen Physiker um die Supersymmetrie (SUSY) und supersymmetrische Quantenfeldtheorien findet diese Frage eine sehr aktuelle Brisanz. Denn trotz grösster Bemühungen und Aufwendungen haben die Physiker bis heute nicht das geringste Zeichen eines experimentellen Nachweises für die mit ihr verbundenen, so genannten SUSY-Teilchen gefunden. Sie müssen mit immer neuen Erklärungen aufwarten, um diese Nullergebnisse mit ihrer Theorie zu vereinbaren. Das Ganze erinnert doch eher an die immer weitergehende Flickschusterei im Ptolemäischen Weltbild im Mittelalter, um dieses mit den mit der Zeit immer zahlreicher gewordenen widersprechenden Beobachtungen in Einklang zu bringen.

Doch wer einmal erfasst hat, wie elegant und nahezu wunderbar sich eine mathematische Struktur bei der Erfassung der Natur darstellen kann, der kommt aus dem Staunen kaum mehr heraus. Was anderes als das Gefühl unbeschreiblicher Hochstimmung muss Einstein gefühlt haben, als er zuletzt merkte, dass seine Gleichungen der allgemeinen Relativitätstheorie die richtigen mathematischen Eigenschaften (die „Kovarianz“) hatten und zugleich alle die Gravitation betreffenden Phänomene, inkl. der bisher unerklärten wie der Perihel-Drehung des Merkurs, exakt beschreiben. Ein solches Gefühl beschreibt auch Heisenberg in seiner Autobiographie „Der Teil und das Ganze“. Er beschrieb sein Empfinden just in dem Moment, als sich ihm mit einem Male in den Zeichen auf dem Blatt Papier Bedeutung offenbarte und er die Grundgesetze der Atome erkannte:

Im ersten Augenblick war ich zutiefst erschrocken. Ich hatte das Gefühl, durch die Oberfläche der atomaren Erscheinungen hindurch auf einen tief darunter liegenden Grund von merkwürdiger innerer Schönheit zu schauen, und es wurde mir fast schwindelig bei dem Gedanken, dass ich nun dieser Fülle von mathematischen Strukturen nachgehen sollte, die die Natur dort unten vor mir ausgebreitet hatte.

Doch schon Kant zeigte auf, dass in der Befriedigung menschlicher ästhetischer Bedürfnisse ein grundlegender Unterscheid zu unseren Erkenntnisbedürfnissen liegt, wie sie in der Wissenschaft ihren Ausdruck finden. Die Frage, ob die mathematischen Strukturen der Naturgesetze mit ihren Symmetrien einen von uns unabhängigen ontologischen Status besitzen, oder ob diese Symmetrien nur die Bedingung der Möglichkeit unserer Erfahrung darstellen, bestimmt die gesamte (späte) Kantische Philosophie. Sie hat bis heute nichts an Relevanz und Brisanz verloren.

Inwiefern lässt sich dann das Streben der modernen Wissenschaft (insbesondere der Physik) nach Symmetrie noch mit der Suche nach Schönheit in der Kunst vergleichen? In der bildenden Kunst mangelt es eher an mathematischen Symmetrieelementen. Sie dienen hier kaum als Kriterium für Schönheit oder gar als ästhetisches Ideal. So gelten regelmässige geometrische Körper in Bildern und Skulpturen eher als uninteressant. Vielmehr begreifen Künstler ihre Werke in ihrer Einzigartigkeit erst durch Symmetrie- und Ordnungsbrüche. Das ästhetische Empfinden der Wissenschaftler ist also durch ein extremes Bedürfnis nach Ordnung und Einfachheit bestimmt, wie es in der Kunst kaum eine Entsprechung findet. Wie steht es dann aber mit den Verbindungen zwischen Kunst und Wissenschaft? Wenn es in der Wissenschaft bei Symmetrien eher um epistemische Motivation als um ontologische Substanzhaftigkeit geht, dann stellt Schönheit im Sinne der mathematischen Symmetrie zwar ein wichtiges wissenschaftliches Wahrheitskriterium dar, ist aber eben hauptsächlich eine wichtige Antriebsquelle und ein heuristisches Mittel der wissenschaftlichen Forschung. Als solches muss sie sich zuletzt eben doch am Experiment und der Erfahrung messen lassen. Daher sind sowohl Kunst als auch Wissenschaft als kreative menschliche Tätigkeiten jeweils auf ihre eigene Art auf das Streben nach Schönheit angewiesen. Zumindest dies sollte eine gewisse Brücke zwischen ihnen darstellen.


A concept that moves scientists and artists alike and which seems to be suitable like no other to strike a rare discursive bridge between their two disciplines is the concept of beauty, in a narrower context „symmetry“. Most of the ancient and modern art conceptions regard symmetry as an essential criterion of beauty. Theoretical physics of the twentieth century, on the other hand, discovered in it a grounding principle.

The term is derived from the ancient Greek symmetría, a combination of syn (together) and métron (the right measure). Symmetry thus means “plane” or “uniform measure”. In the ancient concept of art symmetry described the ideal proportions of ratios of length and distances in sculptures, pictures, or buildings. Just like the perfect harmonies in music these find their expression in corresponding numeric ratios. The lead model thereby constituted the human body. For example, the ratio of the length of the arm to the whole body is a quarter. And when the arms and legs are outstretched, their ends describe exactly a square or alternatively a circle with the navel as its center. It was not by chance that the Renaissance scholar which is still regarded as one of the greatest artist and equally scholar in history emphasized this realization: Leonardo da Vinci. Already in antiquity two further concepts for symmetry supplemented the one of ideal proportions: reflection symmetry, as expressed in the relationship of left and right body parts, and the balance of opposites that can be found, for example, in Greek medicine and its teachings on body fluids.

The essential endeavor of scientists is to work out simple structures and processes within the confusing complexity of natural phenomena. Thus most theoretical physicists have the deep faith that nature, in spite of the multiplicity of its phenomena, is simple in its fundamental structure. And in this simplicity which finds its correspondence in the mathematical structures of physical theories they aim to discover the true beauty of nature. It is ironic that beauty express itself precisely through the discipline, whose grammar many artists have never appreciated or mastered. „Simple“ for a physicist means just about anything that can be represented mathematically in exactness. Not that is simple, which nature presents to us directly, but the scientists have to first separate the colorful mixture of the phenomena, i.e. free the important from all unnecessary accessories (such as friction in free fall), until the „simple“ processes reveal themselves. Only the simple can then appear as „beautiful“.

The separation of the „unnecessary accessory” is most easily performed in astronomy (there is no friction in outer space), which hence constituted the starting point of the scientific revolution. Johannes Kepler was so enthusiastic about the beauty and simplicity of the heavenly motions that he considered his laws of planetary movement the expression of supreme divine principles. And Newton not only provided physicists the mathematics which enable them to calculate the planetary motion, but also gave legitimacy to Galilei’s rather daring view that „the book of nature is written in the language of mathematics“. He thus also justified science’s claim of being able to derive and calculate all natural phenomena, a claim which it still maintains in one form or another today and which made it the most influential social and intellectual force of modernity. No less was Einstein moved by the stringency and sublimity expressed in the mathematical expressions of natural laws. His general theory of relativity, which gave the phenomenon of gravitation a wonderful geometric formulation, is still regarded as one of the most exalted and beautiful theories of nature. Heisenberg contended along these lines: „The final theory of matter will be characterized by a series of important symmetrical orders, similar to what Plato wrote.“ But these symmetries are not necessarily visually perceptible anymore, as he goes on to explain: „These symmetries cannot any longer by described by figures and images, as it was the case for the Platonic bodies, but by equations.“

As Heisenberg implies, the concept of symmetry in the natural sciences is different from that in art. It is less about proportions or balance but about order and structure. In the mathematical assessment of nature symmetry describes an important aspect in the characterization of the structure and dynamics of natural objects. An example is the classification of crystals, as it was performed in the 18th century and 19th century. The symmetries of crystals express themselves by the fact that rotations around certain angles (and axes) do not alter their appearance. As Kepler already discovered, snow crystals, with all their individuality, are always symmetrical like a hexagon (the reason being the particular form of the water molecule). The influence of crystallography was also clearly evident when a generalized mathematical concept of symmetry was developed in the nineteenth century: invariance against transformations. A structure is considered symmetrical when certain rotations transform it back into its original form.

Just like the rotations of bodies, algebraic equations, differential equations, and general geometric structure can equally be characterized by transformations which leave them invariant. From this and under the leadership of the Frenchman Évariste Galois (for algebraic equations) and the Norwegian Sophus Lies (for differential equations and general geometric structures) the 19th century mathematicians developed a new mathematical discipline that build on crystallography (and was demonstrably influenced by it): group theory. It was the transfer from a concrete geometric to an abstract algebraic structure which would make symmetry a „primal principle“ of physics.

Probably the most impressive female mathematician of the twentieth century was to finally give the physicists‘ striving for symmetry a strict mathematical form: In 1918 Emmy Noether formulated a theorem, which was to be known as the „Noether Theorem“. It combines elementary physical quantities (such as energy, momentum, angular momentum, spin) with algebraic-geometric symmetries, namely the invariance of physics’ fundamental equations under (symmetry) transformations. Thus, for example, the theorem of conservation of energy is based on the property of Newton’s law of classical mechanics (as well as the Schrödinger equation of quantum mechanics as well as any other physical theories accepted today) not to change its form by a shift along the time axis. In other words, from the fact that natural laws do not change from one day to the next results the law of energy conservation. Conversely, in the presence of a conserved quantity the underlying theory must have a certain symmetry. An amazing connection. In modern theoretical physics a symmetry transformations can be much more abstract than simple time shifts. In the abstract spaces of the quantum field theories, for example, the eight gluons of the strong nuclear force, or the existence of two fundamentally different types of quantum particles (bosons and fermions) are the result of some very non-intuitive symmetries. During the 20th century the Noether Theorem became one of the most important foundations of theoretical physics.

The „faith“ of scientists is their profound confidence in the beauty in nature in general and the symmetry of its laws in particular. Thereby they prove to be aesthetically sensitive people. Even if the concept of „simple“ in modern theoretical physics is somewhat different from the nevertheless everyday understanding and the underlying mathematics is very abstract, its theories and laws are characterized by a beautiful consistency and symmetry. Symmetry is therefore nothing less than the conditio sine qua non of any physical theory. The theoretical physicist, Paul Dirac was the first and possibly most radical to articulate this belief (and implicitly the problems connected to it): „It is more important to have beauty in one’s equations than to have them fit experiment.“ The equation he himself derived purely by means of theoretical symmetry considerations – the so-called „Dirac equation“ – unified quantum mechanics and special relativity and is today regarded as one of the most impressive expressions of mathematical elegance and beauty in physics. It made numerous astonishing predictions which have all been empirically validated, such as the existence of antimatter. Equally the theoretical physicists postulated the existence of the well-known Higgs particle on the basis of symmetry considerations already in the 1960s. In fact, they were so certain of their theory and thus the existence of this ominous particle that they were willing to wait half a century for its experimental detection (which was announced on July 4, 2012).

Does the physicists’ desire for symmetry possibly have perceptual or motivational psychological origins? Physicists like Dirac certainly did not escape the fact that they render symmetry to something almost metaphysical, in philosophical terminology: to the “very principle of true being”. They thereby drew upon an argumentative structure which bears some strong similarities to medieval scholasticism: Symmetry is true because it is the very principle of existence, and this just because it is beautiful. The question arises whether such „epistemic simplicity“ expressed in the physicists’ demand for symmetry in their search for knowledge can be the sole criterion of quality in a scientific theory or even the ideal of science itself. This reveals the entire problem of an attitude such as the one expressed by Dirac: it declares „beautiful“ theories a priori as immune and appeals to hold on to them in spite of possible experimental refutation, on the pure basis of their simplicity and symmetry. In the discussion among theoretical physicists on supersymmetry (SUSY) and supersymmetric quantum field theories, this question finds a very current explosiveness. Despite greatest efforts and expenditures the physicists have so far seen absolutely no signs of experimental detection of the so-called SUSY particles associated with it and are therefore forced to find ever new theoretical explanations in order to make their theory compliant with those results. This must remind us of the ongoing alternations in the Ptolemaic model of the universe in medieval times with the aim of making it compatible with more and more contradicting observations.

But anyone who has once grasped how elegant and beautiful a mathematical structure capturing natural processes will hardly fall short of ample amazement. What else but the feeling of indescribable elation Einstein must have felt when he finally realized that his equations of general relativity had the right mathematical properties (the „covariance“) and explained all relevant phenomena of gravity, including the hitherto unexplained such as the precession of the perihelion of Mercury. Heisenberg also describes such a feeling in his autobiography „The Part and the Whole“. He described his feelings at the very moment, when all of a sudden in the signs on the sheet of paper meaning revealed itself to him and he recognized the fundamental laws of the atom:

At the first moment I was deeply shocked. I had the feeling to look through the surface of atomic phenomena down to a ground of strange inner beauty lying deep beneath it and I nearly got dizzy from thinking that I should now go into the matter of investigating this abundance of mathematical structures nature had spread down there in front of me.

However, already Kant showed that, in the satisfaction of human aesthetic needs lies a fundamental difference to our cognitive needs as they express themselves in science. The question of whether the mathematical structures of natural laws with their symmetries have an ontological status independent of ourselves or whether these symmetries are just the condition of the possibility of our experience constitutes the essence of the (late) Kantian philosophy. It has not lost any of its relevance and explosiveness to this day.

To what extent can the striving of modern science (especially physics) for symmetry then be compared with the search for beauty in the arts? In the later there is a clear lack of elements of mathematical symmetry. Here they do not serve as a criterion for beauty or even as an aesthetic ideal. Regular geometric bodies are considered rather uninteresting in paintings or sculptures. Rather, artists consider their works in their uniqueness only through the breaking of symmetry and order. The aesthetic feeling of the scientists is thus determined by an extreme need for order and simplicity as such is hardly found in art. But what about the connections between the arts and science then? If symmetry in the science is more about epistemic motivation than ontological substance, beauty, in the sense of mathematical symmetry, though it constitutes an important scientific criterion of truth, is in the end mainly an important drive and heuristic means of scientific research. As such, it must ultimately be consolidated by experiment and experience. Therefore, both art and science as creative human activities depend on the pursuit of beauty in their own ways. At least this should constitute a bridge between them.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.